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Gewalt, Rassissmus und Vertuschung: Schwere Vorwürfe gegen die Polizei von Chicago


USA

Gewalt, Rassissmus und Vertuschung: Schwere Vorwürfe gegen die Polizei von Chicago

Gewalt und Rassismus im Polizeidienst, Vertuschung von Fehlverhalten: Die Polizei Chicago steht unter Verdacht, regelmäßig die Grundrechte von Bürgern missachtet zu haben. Das geht aus einer Untersuchung des US-Justizministeriums hervor.

“Wir haben herausgefunden, dass die Polizei von Chicago gewalttätige Verhaltensmuster an den Tag legt, darunter tödliche und nichttödliche Gewaltanwendung”, beschreibt Vanita Gupta, Beraterin von US-Justizministerin Loretta Lynch die Erkenntnisse. “Diese Verhaltensweisen beinhalten Schüsse auf Menschen, die keine unmittelbare Gefahr darstellen und Elektroschocks für Personen, die Anweisungen der Polizei nicht befolgen.”

Angesichts dessen sieht US-Justizministerin Loretta Lynch systematische Probleme in der Chicagoer Polizei: “Die Polizei in Chicago trainiert ihre Leute nicht ausreichend, um ihre Aufgaben sicher, effizient und mit legalen Mitteln auszuführen. Sie versagt beim Sammeln und Analysieren von Daten wie Beschwerden über Fehlverhalten und über Unzulänglichkeiten beim Training. Und sie untersucht Fälle von Gewaltanwendung nicht ausreichend, um herauszufinden, ob die Gewalt gerechtfertigt war oder ob man sie hätte unterlassen können.”

Die Untersuchung des Justizministeriums hatte vor einem Jahr begonnen. Damals war ein Video veröffentlicht worden, das zeigte, wie die Chicagoer Polizei einen schwarzen Teenager erschoss. Chicago gilt als Verbrechenshauptstadt der USA. 2016 wurden dort mehr als zwei Morde pro Tag registriert. Dennoch hob der Bürgermeister Chicagos hervor, dass die Vergehen der Polizisten im Dienst die grundlegenden Werte der Stadt verletzten.

Die Stadt und Vertreter der Regierung wollen die Probleme jetzt mit Hilfe einer unabhängigen Beobachtungsstelle angehen.