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Erneut schwere Erdbeben in Mittelitalien; Erschütterungen bis nach Rom

In Mittelitalien haben sich innerhalb kurzer Zeit erneut mehrere schwere Erdbeben ereignet. Jedes dieser Beben kam auf eine Stärke von über fünf. Von Toten oder Verletzten ist bisher nichts bekannt.

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Erneut schwere Erdbeben in Mittelitalien; Erschütterungen bis nach Rom

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In Mittelitalien haben sich innerhalb kurzer Zeit erneut drei schwere Erdbeben ereignet.

Jedes dieser Beben kam auf eine Stärke von über fünf. Von Toten oder Verletzten ist bisher nichts bekannt. Später gab es noch zwei weitere, etwas schwächere Erdbeben.

Einige Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Rom zu spüren, mehr als hundert Kilometer entfernt. Dort wurden vorsorglich U-Bahn-Stationen, Schulen und Bürogebäude evakuiert.

Die Beben ereigneten sich in der Nähe des Orts Amatrice, der erst letztes Jahr bei Erdbeben schwer zerstört wurde. Dort stürzte jetzt auch ein Kirchturm ein, der jene Beben noch weitgehend überstanden hatte.

Schon nach den Erdbeben vom Sommer und Herbst sind viele Orte in der Gegend zerstört. Zehntausende Menschen wurden obdachlos und wohnen seither in Übergangsunterkünften.

Bilder aus dem zerstörten Amatrice vom August (mit O-Tönen auf Italienisch)

Italien wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. Grund für die Beben sind riesige Spannungen, die sich im Untergrund
aufbauen. Der “Adriatische Sporn” – ein Anhängsel der afrikanischen Erdplatte – reibt sich dort an der eurasischen Platte.

Auch deshalb haben sich Italiens Mittelgebirge aufgefaltet. Die enormen Energien können sich immer wieder in Beben entladen.

Bilder vom September vom Leben nach dem Erdbeben in Amatrice (mit O-Tönen auf Italienisch)

Nach den neuen Erdbeben haben mehrere Bürgermeister betroffener Orte Hilferufe wegen des Schnees abgesetzt. Der Notfall sei nicht das Erdbeben, sondern der Schnee, sagte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi. Mehr Räumfahrzeuge und Schneefräsen seien notwendig: Es gebe Ortsteile, die von zwei Meter hohem Schnee isoliert seien.

Auch aus Ascoli Piceno kam ein Notruf. Hunderte Menschen seien isoliert und ohne Strom, sagte Bürgermeister Guido Castelli und verlangte Hilfe der Armee.

In ganz Mittelitalien schneit es seit Tagen. Schon vor den neuen Erdbeben war die Lage dort deshalb extrem schwierig.

Luftbilder aus dem bergigen Erdbebengebiet