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"Fake News" zum Anglizismus des Jahres gewählt

Der Begriff “Fake News” ist von deutschen Sprachwissenschaftlern zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt worden.

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"Fake News" zum Anglizismus des Jahres gewählt

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Der Begriff “Fake News” ist von deutschen Sprachwissenschaftlern zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt worden. Um den Ursprung des Phänomens gefälschter Nachrichten zu ergründen, hat das britische Parlament am Montag eine Untersuchungskommission ins Leben gerufen. Ein ähnliches Projekt zur Hintergrundforschung startete die kanadische Regierung bereits im Dezember. Weltweit wächst vor allem die Sorge um politisch motivierte Verbreitung von Unwahrheiten mit großer Streuwirkung und nicht vorhersehbaren Ausmaßen.

Fake-News-Expertin Anne Applebaum:“Wir reden nicht nur über erfundene oder unwahre Geschichten, denn die gab es schon immer. Jetzt geht es um die Möglichkeiten von speziellen Gruppen oder Nationen oder politischen Parteien, komplette Fake-News-Netzwerke zu etablieren. Also Webseiten, die Fake News veröffentlichen, und andere Webseiten, die solche Nachrichten weiterverbreiten. Dazu kommen Kampagnen über Soziale Netzwerke, die Fake News beinhalten, streuen und vervielfachen.”

Neue Nahrung erhielt das Phänomen Fake News auch durch den US-Präsidentschaftswahlkampf und die Präsentation “Alternativer Fakten” durch das Weiße Haus, in denen objektive Sachverhalte anders als in vielen Medien dargestellt werden.

Gängigster Verbreitungsweg für gezielte Unwahrheiten bleiben dennoch Soziale Netzwerke wie Facebook. Im deutschsprachigen Raum arbeitet das US-Unternehmen jetzt mit dem nach eigenen Angaben gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv zusammen. Mitarbeiter des Portals sollen von Facebook-Nutzern gemeldete Inhalte begutachten und gegebenenfalls als nicht vertrauenswürdig kennzeichnen. Correctiv erhält dafür kein Geld.

Correctiv-Leiter David Schraven:_“Wir schauen uns das an und prüfen, ob das Fake News sind oder nicht. Und überall, wo diese Nachricht bei Facebook auftaucht, wird dann ein kleines Fenster eingeblendet wo drauf steht: Diese Nachricht wird angezweifelt von fact-checkern.”

Der Warnhinweis bleibe auch bei der weiteren Verbreitung angeheftet, betont Facebook. Beiträge, die gegen Gesetze oder Facebooks Richtlinien verstoßen, würden hingegen entfernt.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass Falschmeldungen die US-Wahl entschieden hätten. In Deutschland wird mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst ebenfalls eine Welle von Fake News befürchtet.