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67. Berlinale: Glanz, Glamour und politische Botschaften


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67. Berlinale: Glanz, Glamour und politische Botschaften

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Dichtes Gedränge auf dem Roten Teppich, genau so soll es sein bei der Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Stars wie Mario Adorf, Henry Hübchen, Iris Berben, Senta Berger oder die Regisseure Wim Wenders, Andreas Dresen und Volker Schlöndorff waren unter den 1600 Galagästen, ebenso Fußballnationalspieler Jérôme Boateng, Musiker Herbert Grönemeyer oder Model Toni Garrn.

Glanz, Glamour, aber auch – typisch Berlinale – politische Botschaften. Festivaldirektor Dieter Kosslick über diesjährige Ausgabe: “Ich hoffe, dass die Leute von diesen zehn Festivaltagen mitnehmen, wie großartig es ist, in Frieden mit unterschiedlichen Menschen aus aller Welt zu leben, ganz gleich welcher Kultur, Hautfarbe oder Religion. Die Welt ist bunter, als die Menschen glauben.”

Zu den Galagästen gehörte auch der chinesische Konzeptkünstler und Dissident Ai Weiwei. Seine Erwartungen?
“Alle Filme sollten politisch sein, denn wir leben in einer Welt, die eine neue Stimme braucht, sonst wird alles noch verrückter.”

Auch die diesjährige Jury unter Vorsitz von Paul Verhoeven schlug bei ihrer ersten Pressekonferenz ernste Töne an. Mit dabei: der mexikanische Schauspieler und Produzent Diego Luna. Er sei hier, um herauszufinden, wie man Mauern einreißt, erklärte er in Anspielung auf den von US-Präsident Trump geplanten Mauerbau entlang der Grenze zu Mexiko. Offensichtlich gäbe es viele Experten in Berlin, er wolle diese Informationen mit nach Mexiko nehmen.

Eröffnet wurde das Festival mit der Weltpremiere des französischen Films “Django” von Etienne Comar, einer der 18 Beiträge im diesjährigen Wettbewerb.

Reda Kateb schlüpft in die Rolle des legendären französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt. Das Biopic handelt von seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Paris im Jahr 1943, eine bewegende Hommage an den Ausnahmekünstler und seine unwiderstehliche Musik.

“Mr. Long” vom Japaner Hiroyuki Tanaka, der unter dem Pseudonym Sabu Filme macht, ist ebenfalls im Wettbewerb. Der Film handelt von einem taiwanesischen Auftragskiller, der seinen letzten Job verpatzt und sich in eine japanische Kleinstadt absetzt. Dort findet er bei einem Jungen und seiner drogenabhängige Mutter Unterschlupf. Doch schon bald wird er von der Vergangenheit eingeholt.

Andres Veiel schließlich geht mit seinem Dokumentarfilm “Beuys” über das Leben des Aktionskünstlers Joseph Beuys ins Rennen um den Goldenen Bären. Die Doku ist eine der drei deutschen Produktionen im Wettbewerb.

Volker Schlöndorff ist mit “Rückkehr nach Montauk” vertreten. Thomas Arslan präsentiert das Vater-Sohn-Roadmovie “Helle Nächte”.

Die 67. Berlinale geht bis zum 19. Februar.

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