Eilmeldung

Kein Entrinnen für Fahire Kara aus der Türkei - seit Jahrzehnten gefangen in Saudi-Arabien

Schon seit Wochen beschäftigt diese unglaubliche Geschichte die TV-Zuschauer in der Türkei.

Sie lesen gerade:

Kein Entrinnen für Fahire Kara aus der Türkei - seit Jahrzehnten gefangen in Saudi-Arabien

Schriftgrösse Aa Aa

Schon seit Wochen beschäftigt diese unglaubliche Geschichte die TV-Zuschauer in der Türkei.

Die Tragödie beginnt am 2. Juli 1990. Fahire Kara, Mutter von 12 Kindern, macht sich von Batman in der Türkei auf den Weg zur Wallfahrt nach Mekka – zusammen mit ihrem Ehemann Abdullah.

In Mekka geraten die Eheleute in eine Massenpanik, bei der 1.426 Menchen ums Leben kommen – darunter fast 450 Pilger aus der Türkei. Abdullah wird wie Hunderte andere bei der Panik schwer verletzt, doch er schafft es seine ebenfalls schwer verletzte Frau Fahire zu finden. Da Abdullah glaubt, dass sie sterben wird, sprechen sie das muslimische Glaubensbekenntnis. Dann wird das Ehepaar von den Rettungskräften getrennt.

Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, sucht Abdullah erneut nach seiner Frau. Er fährt von Krankenhaus zu Krankenhaus, von Leichenschauhaus zu Leichenschauhaus. Doch Abdullah kann Farihe nicht finden. Schließlich reist er nach Hause in die Türkei zurück – im Glauben, seine Frau sei in Saudi-Arabien verstorben.


Über einen Souvenirverkäufer in der Türkei erfahren Fahires Kinder Jahre später zum ersten Mal die unglaubliche Geschichte, der sie zunächst keinen Glauben schenken.

Es ist die Rede davon, dass Fahire entführt wurde und dass sie Menschen in Saudi-Arabien um Hilfe gebeten habe, um ihre Familie in der Türkei wiederzufinden.

Die Familie von Fahire Kara in der Türkei bittet schließlich die Journalistin Müge Anlı, die eine Fernsehsendung über vermisste Personen präsentiert, herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem geheimnisvollen Souvenirverkäufer und ihrer Mutter gibt.

Und es gelingt der Journalistin, das unglaubliche Schicksal von Fahire zu rekonstruieren.


Tatsächlich war die verletzte Frau nach der Massenpanik in Mekka von einem Müllsammler mitgenommen worden, der Mann hatte behauptet, sie sei seine Frau, was im Chaos niemand überprüft hatte.

Fahire wurde dann in ein Haus in Medina gebracht, wo sie sechs Jahre lang eingesperrt lebte. Erst nachdem sie ihrem “neuen Ehemann” ein erstes Kind auf die Welt gebracht hatte, durfte sie das Haus ab und zu verlassen. Insgesamt hat Fahire inzwischen drei Kinder in Saudi-Arabien.

Wegen der Kinder und wohl auch weil ihrem “neuen Ehemann” in Saudi-Arabien die Todesstrafe droht, tat Fahire nichts, um zu ihrer Familie in der Türkei zurückzukehren, auch nachdem sie von der Recherche der türkischen Journalistin erfahren hatte.
Falls Fahire sagen würde, dass sie selbst mit der neuen Beziehung einverstanden gewesen sei, droht ihr der eigene Tod durch Steinigung.

Wohl auch beeinflusst durch die Anteilnahme von Millionen von TV-Zuschauern in der Türkei gibt es inzwischen diplomatisch Bemühungen mit dem Ziel, dass Fahire zu ihrer Familie in Batman zurückkehren kann, ohne ihre neue Familie in Saudi-Arabien zu zerstören.