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Trumps Pressekonferenz: Verstand verloren? Verzerrte Wahrnehmung?


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Trumps Pressekonferenz: Verstand verloren? Verzerrte Wahrnehmung?

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In seiner eilig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag hat US-Präsident Donald Trump einen Rundumschlag gegen die Medien ausgeführt und seinen ersten Monat Amtszeit im Weißen Haus ausgesprochen positiv bilanziert. Alles laufe rund. Seine Weltsicht lässt Beobachter zweifeln, ob er den Verstand verloren hat. Die Reaktionen auf die Pressekonferenz reichen von “denkwürdig” bis “bizarr”.

http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-38999993

Hier einige der “herausragenden” Zitate:

“Meine Regierung läuft wie eine fein eingestellte Maschine”

Berichte über Chaos im Weißen Haus seien falsch, behauptete Trump, im Gegenteil funktioniere seine Regierung wie eine “fein eingestellte Maschine”. Ungeachtet der Rücktritte und Schwierigkeiten, die Mannschaft zusammenzustellen.

Kommentar in den sozialen Netzwerken:

Wenige Stunden nach der Konferenz musste Trump allerdings den nächsten Rückschlag bei der Besetzung der Regierungsposten einstecken: Der frühere Vize-Admiral Robert Harward lehnte sein Angebot ab, die Nachfolge von Michael Flynn als Nationaler Sicherheitsberater anzutreten. Dieser war jüngst über seine Russland-Beziehungen gestolpert.


“Russland ist eine fake news”:

Medienberichte, dass seine Berater vor seiner Wahl wiederholt Kontakte mit russischen Geheimdienstmitarbeitern gehabt hätten, wies er als “Witz” zurück, ebenso wie Spekulationen über eigene Kontakte mit Russland. Dies seien “Fake news, die von den Medien verbreitet werden. Die Russland-Behauptungen sind eine List, ich habe nichts mit Russland zu tun.”

Die Diskussion über seine angeblichen Russland-Beziehungen würde aber die politische Zusammenarbeit mit dem Kreml erschweren.


“Die Informationslecks sind echt, aber die Berichte darüber falsch”

Paradox: Die Informationslecks über die Kontakte mit Russland, die letztlich zu Michael Flynns Rücktritt geführt hatten, bezeichnete Trump als “real”, gleichzeitig sagte er aber, die Berichte darüber seien falsch: “Die Nachrichten darüber sind falsch, denn so vieles in den Nachrichten ist falsch.” Medienschelte, wie man sie bei ihm gewohnt ist.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull kommentierte daraufhin: “Winston Churchill hat einmal gesagt: Politiker, die sich über Zeitungen beschweren, sind wie Seefahrer, die sich über das Meer beschweren.” Trump müsse sich mit der Beobachtung durch die Medien abfinden, diese würden ja schließlich auch die Botschaften der Politiker überbringen.

Die Retourkutsche für Trump, der ein belauschtes Telefonat mit Turnbull als unwichtig bezeichnet hatte…


“Ein Chaos geerbt”:

Ungeachtet der Statistiken, zum Beispiel der niedrigen Arbeitslosenzahl, erklärte Trump, er habe ein Chaos von Barack Obama geerbt, “sowohl zu Hause als auch im Ausland. Die Arbeitsplätze wandern aus unserem Land ab, die Firmen verlassen unser Land … niedrige Löhne, massive Instabilität in Übersee… der Nahe Osten ist ein Disaster, Nordkorea… Wir werden uns darum kümmern, Leute…. ich wollte Sie nur wissen lassen, dass ich ein Chaos geerbt habe.”


“Organisieren Sie einen Termin”:

Die farbige Reporterin April Ryan fragte Trump, ob er den Congressional Black Caucus, einen Zusammenschluss von afroamerikanischen Senatoren und Abgeordneten, treffen würde, um mit ihnen die innerstädtischen Probleme zu besprechen, die er als “Hölle” bezeichnet hatte. Trumps Antwort: “Wollen Sie einen Termin ausmachen, sind Sie mit denen befreundet?”
Die Antwort, dass sie schlicht Reporterin sei, schien ihn nicht weiter zu beeindrucken – sie solle dann mal ein Treffen organisieren.

Nicht nur für den farbigen US-Abgeordneten Elijah Cummings ein Zeichen, dass Trump davon ausgeht, dass jeder Schwarze jeden anderen Schwarzen kennt…

Inzwischen teilte die April Ryan mit, dass das Weiße Haus sich um ein Treffen bemühe, Zeitpunkt noch unbekannt…

Ein BBC-Reporter beschreibt, was er persönlich bei der Pressekonferenz erlebte: Anfeindung pur…
www.bbc.com

Trumps Pressekonferenz löste einen Sturm in Medien, sozialen Netzwerken und Politik aus. Da hätte er erreicht, was er wollte…

Kommentar der Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling:

Weitere Reaktionen dazu:
www.spiegel.de
www.stern.de

Transkript der Pressekonferenz

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