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"Kein Ersatz" für Robert Mugabe


Simbabwe

"Kein Ersatz" für Robert Mugabe

Robert Mugabe feiert seinen 93. Geburtstag. Er ist seit 1987 Präsident Simbabwes und war zuvor seit 1980 Regierungschef. An ein Ende seiner politischen Karriere denkt er nicht. “Die Mehrheit der Menschen ist der Meinung, dass es für mich keinen Ersatz gibt”, sagte Mugabe in einem Interview anlässlich seines 93. Geburtstages. “Es ist kein Nachfolger in Sicht, der den Menschen derart akzeptabel erscheint, wie ich es bin”, so der Machthaber, dessen Land einst die Kornkammer Afrikas genannt wurde. Heute leiden nach Angaben der Welthungerhilfe ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren unter Mangelernährung.

Trotzdem und trotz seines hohen Alters ist der Langzeitpräsident schon für die Wahl 2018 nominiert. Seine über vierzig Jahre jüngere Ehefrau Grace sagte bereits, er solle sogar kandidieren würde er vor der Wahl sterben: “Er ist so beliebt, er würde sogar als Leichnam gewinnen.”

Mugabe wurde 1924 geboren, als sein Land noch britische Kolonie war. Er gern prächtige Geburtstage – die Feier zu seinem 92. Ehrentag im letzten Jahr soll mehr als 700.000 Euro gekostet haben, trotz einer Hungersnot in dem wirtschaftlich schwer angeschlagenem Land.

Mugabe wird als einziger Kandidat der Regierungspartei Zanu-PF im kommenden Jahr antreten. Eine Verfassungsreform, die er 2013 unterzeichnete, erlaubt es ihm an der Macht zu bleiben. Dabei baut der greise, seit 37 Jahren regierende Präsident deutlich ab. 2015 verlas er dieselbe Rede, die er nur wenige Wochen zuvor bereits gehalten hatte, vom Anfang bis zum Ende noch einmal, ohne es zu merken. Er stürzte bei einem öffentlich Auftritt, und er fliegt regelmässig nach Singapur oder Dubai um seine Ärzte zu sehen.

Währenddessen verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage des Landes immer weiter. Über 90 Prozent der Menschen arbeiten nur im informellen Sektor, sie sind de fakto arbeitslos. Dessen ungeachtet führte die Regierung erst kürzlich eine neue Steuer von 15 Prozent auf Grundnahrungsmittel ein.

Nach dem Einbruch der Wirtschaft vor acht Jahren führte Simbabwes Regierung den US-Dollar als Zahlungsmittel ein und begann 2016 mit dem Druck von Schuldscheinen als Ersatzwährung. Das Land im Süden Afrikas kämpft ums Überleben, lange Schlangen vor den Geldautomaten sind ein Zeichen der Angst der Menschen in Simbabwe vor einer neuen Hyperinflation. In der Hauptstadt Harare gingen in den vergangenen Monaten Tausende Menschen gegen das Mugabe-Regime auf die Straßen. Sie protestierten gegen Korruption und wirtschaftlichen Stillstand, für die sie den seit 1980 regierenden Präsidenten verantwortlich machen.