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Was noch, Fillon? Anzüge für fast 50.000 € von einem Freund geschenkt bekommen


Frankreich

Was noch, Fillon? Anzüge für fast 50.000 € von einem Freund geschenkt bekommen

In Frankreich gibt es einen weiteren Skandal um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon. Er hat zugegeben, teure Anzüge als Geschenk bekommen zu haben. Ein Problem sieht Filon darin nicht – ebensowenig wie in der die unklaren Beschäftigungssituation seiner Ehefrau Penelope als Assistentin – diese Anstelllung wird wegen vermeintlicher “Scheinbeschäftgung” von der französischen Justiz untersucht.

“Ein Freund hat mir im Februar Anzüge geschenkt, na und?», sagte Fillon der Pariser Wirtschaftszeitung “Les Echos”. Laut Medienberichten sollen allein die Anzüge, die der Freund im Februar bezahlt hat, 13 000 Euro gekostet haben. Hinzu kommen laut der Wochenzeitschrift JDD weitere Rechnungen von insgesamt 48.500 Euro, die derselbe Freund seit 2012 beim Pariser Nobelschneider Amys für Fillon bar beglichen haben soll. Der Preis für einen Anzug wird mit 7.000 Euro angegeben, Kaschmirpullover sollen 4.000 Euro gekostet haben.

Im Interview mit Les Echos klagte Fillon, sein Privatleben werde wie das keines anderen Kandidaten unter die Lupe genommen, allein um seiner Kandidatur zu schaden. Im Titel zitiert das Wirtschaftsblatt Fillon mit den Worten: “Ich bin der einzige, der den Wechsel verkörpert.”

Auf Twitter fehlt es nicht an Scherzen und Wortspielen.

Viele vergleichen Francois Fillon mit dem Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, der für sein Luxusleben – auf Französisch “bling bling” heftig kritisiert wurde. Parteikollege Fillon hatte sich selbst stets als eine Art “Anti-bling-bling” und seriösen Saubermann dargestellt.

Thomas Portes rechnet vor, dass die Preise der Anzüge mehr als drei Jahren Mindestlohn entsprechen.

Der Twitter-User Romain Cheylan meint, die Wähler könnten Fillon die Sache mit den Anzügen bei der Wahl heimzahlen – alle gemeinsam.