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Merkel-Besuch bei Trump: Verständigung in Sachfragen, aber wenig Zuneigung


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Merkel-Besuch bei Trump: Verständigung in Sachfragen, aber wenig Zuneigung

Rund drei Stunden sprachen US-Präsident Donald Trump und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem ersten Zusammentreffen in Washington am Freitag.

“Do you want a handshake?”, wiederholte Merkel die Frage der Journalisten beim Fototermin. Trump, der angespannt wirkte, ergriff Merkels obligatorisch ausgestreckte Hand nicht. Ob Lapsus oder bewusst, das Bild war ein völlig anderes als etwa beim vorangegangenen Besuch der britischen Premierministerin Theresa May im Weißen Haus. Ein Umstand, der in sozialen Medien auf beiden Seiten des Atlantik sofort ausgiebig kommentiert wurde.

Auf der Presskonferenz sprach Merkel von der Notwendigkeit eines fairen Handels und betonte, es sei besser, miteinander zu reden, als übereinander. Trump war zu einigen Bekenntnissen bereit, etwa dem zur Nato, nicht ohne dabei auf die Beitragsungleichgewichte zu verweisen. Merkel erklärte, Deutschland werde das von Trump eingeforderte Beitragsziel bis 2024 erreichen.

Auf die kritische Fragen der anwesenden deutschen Presse reagierte Merkel ausweichen und Trump pikiert. “Für wie gefährlich halten Sie die Abschottungspolitik des US-Präsidenten?”, fragte die Reporterin der Deutschen Presseagentur Merkel und wandte sich an Trump: “Warum macht Ihnen eigentlich Pressevielfalt so große Angst, dass Sie so oft von Fake News sprechen und selbst Dinge behaupten, die dann nicht belegt werden können, wie die Äußerung, Obama habe Sie abhören lassen?”

“Freundliche Reporterin”, sagte Trump und ergriff das Wort: “Ich bin ein Verhandler, ich bin ein fairer Verhandler. Ich bin ein Verhandler, der für jeden auf der Welt das Beste möchte. Aber ich bin beileibe kein Isolationist. Ich weiß nicht, welche Zeitung Sie lesen, aber ich glaube das wäre ein weiteres Beispiel für das, was Sie ansprechen, Fake News.”

Trump reiste nach dem Treffen weiter zu seinem Golf-Resort in Florida – aber Merkel fuhr nicht mit. Anders als ihr japanischer Amtskollege, Premier Shinzo Abe, der mit Donald nach dem Treffen noch Golfen ging, ein Bild, das anschließend nocheinmal medienwirksam die historisch gewachsenen Beziehungen betonte.

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