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Internationale Atomenergiebehörde: Nordkoreas Nuklearprogramm wird immer größer


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Internationale Atomenergiebehörde: Nordkoreas Nuklearprogramm wird immer größer

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Nordkorea hat sein Nuklearprogramm deutlich ausgebaut. Das geht aus Satellitenbildern hervor, die der Internationalen Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen vorliegen. Dem Wall Street Journal sagte der Chef der Behörde, Yukiya Amano, Nordkorea habe seine Kapazitäten zur Anreicherung von Uran und zur Plutoniumproduktion deutlich erweitert.

Sean Spicer, der Sprecher des US-Präsidenten, sagte, die USA überlegten gemeinsam mit ihren Verbündeten neue Sanktionen, um gegen die – so wörtlich – “schwerwiegende und ausufernde Bedrohung” durch Nordkoreas Nuklearprogramm und die ballistischen Raketen des Landes anzugehen.

Das Thema Nordkorea belastet auch die Beziehungen zwischen den USA und China. Das Land hat als einer von wenigen Staaten weltweit überhaupt noch einigermaßen normale diplomatische Kontakte nach Nordkorea. US-Präsident Donald Trump warf den Chinesen im Internet-Nachrichtendienst Twitter Untätigkeit vor. Außenminister Rex Tillerson gab sich bei einem Besuch in Peking gemäßigter. Tillerson selbst gab sich in Chinas Hauptstadt gemäßigter. Man wolle gemeinsam nach Lösungen suchen, um die Bedrohung durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm auszuschalten, versicherte er am Samstag an der Seite von Chinas Außenminister Wang Yi. Und auch der betonte, die Gespräche seien “ehrlich und konstruktiv” verlaufen. Doch war das wirklich mehr als nur diplomatische Freundlichkeit?

Kurz vor ihrem Treffen hatten beide Außenminister noch deutlich gemacht, wie sehr die USA und China in der Nordkorea-Frage tatsächlich über Kreuz liegen. Tillerson, der auf seiner Ostasienreise zuvor Stopps in Japan und Südkorea gemacht hatte, erklärte die Versuche in den vergangenen 20 Jahren, Nordkorea zum Einlenken zu bewegen, für gescheitert.

Aus Sicht Washingtons muss ein neuer Ansatz her, weil Pjöngjang sonst bald über eine Interkontinentalrakete verfüge, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen könnte. Einen Tag vor der Ankunft in Peking erklärte Tillerson so in Südkorea, dass die “Politik der strategischen Geduld” ein Ende habe. Alle Optionen einschließlich der militärischen seien auf dem Tisch.

Aber ein Präventivschlag gegen Nordkorea ist mit der chinesischen Strategie unvereinbar. Zwar will auch China keine Atomwaffen in den Händen von Machthaber Kim Jong Un, fürchtet aber eine Eskalation genauso wie einen Kollaps des Regimes durch noch härtere Sanktionen oder gar ein militärisches Eingreifen. Die Folge wären Flüchtlingsströme und möglicherweise eine Wiedervereinigung beider Koreas. Die Truppen der USA, ein traditioneller Verbündeter Südkoreas, würden dann bis an Chinas Grenze vorrücken.

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