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Syrien: Rebellen dringen in von der Regierung gehaltene Gebiete vor

In Syrien rücken radikalislamische Rebellen verstärkt auf Gebiete vor, die bisher fest in Händen der Regierung waren.

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Syrien: Rebellen dringen in von der Regierung gehaltene Gebiete vor

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In Syrien rücken radikalislamische Rebellen verstärkt auf Gebiete vor, die bisher fest in Händen der Regierung waren. So rücken sie in die Provinz Hama in der Mitte des Landes vor. Auch in der Hauptstadt Damaskus liefern sie sich heftige Kämpfe.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen wagen die Rebellen einen Vorstoß in Damaskus. Einer Quelle im syrischen Militär zufolge sollen sie unter anderem eine Autobombe gezündet haben. Die syrische Armee reagiert mit Luftangriffen. Im Osten der Stadt haben die radikalen Islamisten noch ein Gebiet unter Kontrolle. Zehntausende Zivilisten sind dort eingeschlossen. Damaskus war vom Krieg bisher vergleichsweise verschont geblieben. Die jetzigen Kämpfe sind die schwersten seit Jahren.

Auch im Norden des Landes gab es wieder Luftangriffe: Mehrere Quellen berichten, die von den USA angeführte Militärallianz habe nahe der IS-Hochburg Al-Rakka eine Schule bombardiert, in der Flüchtlinge lebten. Dutzende Zivilisten seien getötet worden.

Das US-Militär erklärte hingegen, es gebe keine Hinweise, dass ein Luftangriff in der Region wie von den Syrischen Menschenrechtsbeobachtern behauptet Zivilisten getroffen habe. Es werde aber weitere Untersuchungen geben.

In der Provinz Hama, ebenfalls bisher unter Kontrolle der Regierung, haben die Rebellen ebenfalls eine Offensive gestartet. Kämpfe gab es nahe der Provinzhauptstadt, die auf einer wichtigen Verbindungsroute zwischen Damaskus und der Millionenstadt Aleppo im Norden des Landes liegt.


Die derzeitige Machtverteilung in Syrien. In Grau die vom sogenannten Islamischen Staat gehaltenen Gebiete.

Die Rebellen haben in ihren einstigen Hochburgen wie Aleppo und Homs immer mehr an Boden verloren. Jetzt versuchen sie offenbar verstärkt, bisher von der Regierung gehaltene Orte anzugreifen. Nur noch in der dünn besiedelten Mitte und im Osten kontrollieren die Islamisten größere Gebiete, die aber weitgehend wertloses Wüstenland sind.

In Genf startet am Donnerstag eine neue Runde der Friedensverhandlungen bei den Vereinten Nationen.