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Ägyptisches Gericht lässt Übergabe von Inseln an Saudi-Arabien zu

Im Januar hatte das höchste Verwaltungsgericht die Übergabe der Inseln an die Golfmonarchie untersagt, nun wurde das Urteil von einem Sondergericht für Schnellverfahren in Kairo gekippt.

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Ägyptisches Gericht lässt Übergabe von Inseln an Saudi-Arabien zu

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Die umstrittene Übergabe der ägyptischen Inseln Tiran und Sanafir im Roten Meer an Saudi-Arabien kann umgesetzt werden. Das entschied am Sonntag ein Sondergericht für Schnellverfahren in Kairo und kassierte damit ein Urteil des höchsten Verwaltungsgerichts, das die Übergabe im Januar untersagt hatte. Für viele Ägypter, die gegen die Übergabe sind ein Affront, vor dem Gericht kam es zu Protesten. Diese Inseln seien extrem wichtig für die Ägypter, so einer der Demonstranten, er fühle sich, als verliere er eines seiner Kinder.

Ägypten hatte im April 2016 ein Abkommen mit Saudi-Arabien unterzeichnet, das die beiden unbewohnten Inseln im Golf von Akaba unter Kontrolle der Golfmonarchie stellte. Tiran und Sanafir sind etwa 15 und sechs Kilometer lang. Strategisch wichtig sind sie wegen ihrer Lage am Eingang des Golfes von Akaba – Israels einzigem Zugang zum Roten Meer.

Der Streit um die beiden Inseln hatte die Beziehungen zwischen Ägypten und Saudi-Arabien zuletzt belastet. Wegen der Abtretung war der ägyptische Präsident Abdel Fatah al-Sisi auch im eigenen Land schwer kritisiert worden. Es kam zu Protesten gegen ihn. Aktivisten berichteten von mehr als 1000 Festnahmen.