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Mehr Flüchtlinge gelangen über Türkei nach Griechenland


Griechenland

Mehr Flüchtlinge gelangen über Türkei nach Griechenland

Das Flüchtlingslager Souda auf Chios. Es ist eins von zwei Auffanglagern auf der griechischen Insel. Etwa 800 Flüchtlinge leben in einer Zeltstadt. Die meisten kommen aus Syrien. Der Rest ist aus Nordafrika, Afghanistan und dem Iran geflohen. Sie alle setzten bei Cesme an der türkischen Küste über das Ägäische Meer über.

Aufgrund des Flüchtlingsabkommens der EU ging die Zahl der Migranten auf Chios, die über die Türkei kamen, um ein Viertel zurück.
Offiziellen Zahlen der Flüchtlingsbehörde der Vereinten Nationen zufolge stieg sie nun wieder an: Im Februar waren es 270, im März 800.

Manolis Vournous, der Bürgermeister von Chios, einer Insel mit seinen 51.000 Einwohnern, spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung:
“Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht hat es politische Gründe. Warum es so ist, interessiert mich nicht. Das, was passiert, ist sehr hart für die Menschen, die hier leben, ebenso für die Flüchtlinge und Immigranten. Ich kann mich nicht über die Türkei beschweren. Es ist ein unabhängiger Staat, der allein handelt. Die EU sollte eine eigene Flüchtlingspolitik haben.”

Beide Lager sind voll. Die Lebensumstände werden unerträglich. Die Asylverfahren sind langwierige, bürokratische Prozesse, die die Migranten dazu zwingen, mehrere Monate auf Chios zu warten. In den Lagern kommt es zu Übergriffen. Die Menschen sind frustriert.

Majid ist 25 Jahre alt, er ist aus dem Sudan geflohen. Vor drei Monaten erreichte er Chios. Seine Familie ist noch in der Türkei, fünf Mal wurde sie schon abgefangen. Im acht Kilometer entfernten Cesme nehmen die türkischen Polizisten die Vorschriften sehr ernst, meint der Bürgermeister Muthiitn Dalgic:
“Leider flüchten die Menschen von hier. Der türkische Staat versucht sie jedes Mal mithilfe von Polizei und Küstenwache daran zu hindern. Täglich versuchen wir sie aufzuhalten, bevor sie auf dem Meer sind, und fischen sie aus dem Wasser.”

euronews-Reporterin Senada Sokollu: “Türkische Politiker drohten bereits damit, das Flüchtlingsabkommen platzen zu lassen und monatlich bis zu 15.000 Flüchtlinge nach Europa weiterzuleiten. Die Flüchtlinge und griechischen Behörden in Chios beschweren sich über die Lebensbedingungen in den Lagern, die Ressourcen sind ausgeschöpft.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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