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Ungültige Stimmen: Wahlbeteiligung in Frankreich eigentlich noch geringer


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Ungültige Stimmen: Wahlbeteiligung in Frankreich eigentlich noch geringer

Drei Viertel der Wahlberechtigten gingen am Sonntag ins Wahllokal, um im entscheidenden Durchgang das neue französische Staatsoberhaupt zu wählen.

Diese 75 Prozent sind für deutsche Verhältnisse gar nicht so schlecht, bei einer Präsidentenstichwahl in Frankreich sind sie aber fast der schlechteste Wert, zumindest für die Zeit der sogenannten Fünften Republik, also der heutigen französischen Staatsform, die seit 1958 existiert.

Nur 1969 lag der Wert einmal niedriger, nach dem Rücktritt von Charles de Gaulle, als Georges Pompidou zum neuen Präsidenten gewählt wurde.

Streng genommen lag diese Wahlbeteiligung aber sogar nur bei 66 Prozent – denn abziehen muss man “zwei französische Besonderheiten, zum einen die absichtlich ungültigen Stimmen und zum anderen die leeren Wahlumschläge, auch “vote blanc” oder “weiße Stimme” genannt”:http://www.interieur.gouv.fr/Actualites/L-actu-du-Ministere/Resultats-globaux-du-second-tour-de-l-election-du-President-de-la-Republique-2017.

Mit “Weiß” stimmten drei Millionen Franzosen, das waren über sechs Prozent der Wahlberechtigten. Noch einmal gut zwei Prozent stimmten ungültig, also abermals eine Million Menschen.

Was übrig blieb, waren die 66 Prozent “exprimés” – die also, die einen bestimmten Willen “ausgedrückt” haben, also für einen der beiden Bewerber gestimmt haben.

Erst auf sie bezieht sich das Wahlergebnis von 66 Prozent für Emmanuel Macron und 34 Prozent für Marine Le Pen – mehr als zwanzig Millionen Stimmen für ihn, gut zehn Millionen für sie, bei 47 Millionen Wahlberechtigten.

Bei der Stichwahl vor fünf Jahren lag der Anteil der ungültigen und weißen Stimmen zusammengenommen noch bei rund sechs Prozent, ebenso 1995. 2007 betrug er sogar nur gut vier Prozent.

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