Eilmeldung

Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Das Geheimnis der Goldenen Palme


cinema

Das Geheimnis der Goldenen Palme

Kommen Sie mit uns an einen Ort, in den nur wenige vordringen: Im “Maison Chopard” in Genf wird die Goldene Palme hergestellt, die begehrte Trophäe des Filmfestivals von Cannes. Das Haus produziert das Kultobjekt seit zwanzig Jahren. Chopard-Co-Chefin Caroline Scheufele: “Es ist eine Liebesgeschichte geworden, und wir konnten durch unsere Beteiligung am Filmfestival von Cannes auch unseren Juwelensektor ausbauen. In dieser Manufaktur haben wir mehr als 37 verschiedene Handwerkskünste, von der Polierung und Fassung bis zum Uhrmacher und Goldschmied – man findet alles unter einem Dach.”

Sieben Goldschmiede und Juweliere und gut vierzig Arbeitsstunden sind nötig, um eine Goldene Palme herzustellen – alles Handarbeit. Das vom Wappen von Cannes inspirierte Prunkstück wird im Wachsausschmelzverfahren angefertigt. Geschmolzenes Wachs wird in eine Form gespritzt, die exakt die Palme reproduziert. Nach dem Erkalten kann das Wachs, nun in Palmenform, herausgetrennt werden. Es wird auf einen Fuß montiert, um aufrecht zu stehen, und dann in einem Zylinder mit hitzebeständigem Zement umgossen.

Danach wird das Ganze im Ofen bei bis zu 760 Grad Celsius gebrannt. Dabei schmilzt das Wachs und hinterlässt eine Hohlform – die Palme – im Zement. Von daher der Begriff Wachsausschmelzverfahren. Fertig ist die eigentliche Gussform. Diese wird dann in eine Vakuumkammer gestellt. Und nun der große Augenblick: 118 Gramm zertifiziertes Gelbgold, 18 Karat, aus Kolumbien, werden in der Form geschmolzen. Der Zement-Außenzylinder wird dann in Wasser gekühlt und aufgelöst – und heraus kommt die Goldene Palme!

Diese wird gesäubert, poliert, und minutiös auf Fehler untersucht. Am Ende wird sie auf ein Kristallbett gelegt. Dieses Jahr kommt noch etwas Besonderes hinzu, erläutert Scheufele: “In diesem Jahr haben wir für das Jubiläum des Festivals beschlossen, eine noch glamourösere Palme zu machen. Wir haben winzige Diamanten, 0,70 Karat, die sich wie kleine Schneeflocken auf die Palme setzen – das gibt ihr ein zusätzliches Funkeln. Der, der in diesem Jahr die Palme gewinnt, bekommt also etwas ganz Besonderes…. Diamanten sind für die Ewigkeit!”

Wer der glückliche Gewinner dieser ganz besonderen Goldenen Palme wird, erfahren wir beim 70. Festival von Cannes Mitte Mai.

Auswahl der Redaktion

Nächster Artikel
Cannes 2017: Ein starker Wettbewerb mit Michael Haneke und Fatih Akin

cinema

Cannes 2017: Ein starker Wettbewerb mit Michael Haneke und Fatih Akin