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Cannes: Netflix-Premiere verhagelt


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Cannes: Netflix-Premiere verhagelt

Die erste Netflix-Produktion in der Geschichte des Filmfestivals Cannes ist während der Premiere ausgebuht worden. Die Aufführung von Okja musste deshalb nach fünf Minuten abgebrochen werden. Der US-Streamingdienst hatte angekündigt, den Spielfilm Ende kommenden Monats auf seiner Plattform zu veröffentlichen und nicht in europäischen Kinos auszustrahlen. Die Reaktionen von Festivalbesuchern fielen unterschiedlich aus.

Student Sebastian Guevedo sagte:“Ja, es gab viele Buhrufe als der Name Netflix auftauchte, jedes Mal, wenn Netflix eingeblendet wurde. Es gab viele Diskussionen über den Netflix-Vertrieb hier in Cannes. Für mich sind die ungerechtfertigt. Die Leute müssen sich an die neuen Kinowege anpassen.”

Der Kinoangestellte Antoine Tillard entgegnete:“Für mich stehen die wirtschaftlichen Herausforderungen im Vordergrund. Wir sehen hier Filme, die nicht ins Kino kommen werden, und die nicht dieselben Qualitätsansprüche haben.”

Das Märchen Okja ist das neue Werk des Südkoreaners Bong Joon Ho, der zuletzt für sein Fantasyspektakel “Snowpiercer” gefeiert wurde. Hochkarätig besetzt mit den Hollywood-Stars Tilda Swinton und Jake
Gyllenhaal, soll das Epos später nur in den USA und Südkorea auf die Leinwände kommen.

Die 50-Millionen-Dollar-Produktion geht gemeinsam mit 18 anderen Filmen ins Rennen um die Goldene Palme. Die Erfolgschancen dürften nach der misslungenen Premiere nicht gestiegen sein. Das letzte Wort hat die Jury.