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Revolution in Frankreich - aber weniger als 50% machen mit

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Revolution in Frankreich - aber weniger als 50% machen mit

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Die Partei des jungen Präsidenten Emmanuel Macron krempelt die politische Landschaft in Frankreich um. Vor etwas mehr als einem Jahr gegründet ist LA REPUBLIQUE EN MARCHE jetzt die dominierende Kraft, die die traditionellen Parteien aus dem Feld fegt. Die Frankreichkarte mit den Ergebnissen färbt sich in Gelb – der Farbe für die Macron-Partei – mit einigen blauen Sprenkeln für die Konservativen.

Mit mehr als 32 Prozent der Stimmen für LA REPUBLIQUE EN MARCHE verzeichnen die traditionellen Parteien spektakuläre Verluste. Die Konservativen büßen im Vergleich zu 2012 deutlich mehr als zehn Prozent der Stimmen ein, doch am schlimmsten sind die Verluste für die Sozialisten, die auf etwa zehn Prozent und Platz vier abstürzen hinter Marine Le Pens Front National und hinter der extremen Linken.

Wegen des Mehrheitswahlrechts, das bedeutet, dass aus jedem Wahlkreis ein Abgeordneter ins Parlament kommt, sind die kleineren Parteien kaum in der Nationalversammlung vertreten.

Premierminister Edouard Philippe verweist auf den Präsidenten, der seit einem Monat in Frankreich und auf der internationalen Bühne für Vertrauen, Willen und Wagemut stehe. In der niedrigen Wahlbeteiligung sieht der Regierungschef die Konsquenz der mangelnden Mobilisierung einiger politischer Parteien, die nach der Niederlage bei der Präsidentschaftswahl keine Kraft mehr gefunden haben. Einige Wähler hätten wohl auch geglaubt, dass mit der Wahl des Präsidenten die Debatte abgeschlossen sei.

Tatsächlich ist die Wahlbeteiligung historisch niedrig. Weniger als 50 Prozent der Wahlberechtigten haben sich bei extrem schönen Wetter am Sonntag auf den Weg in die Wahlbüros gemacht. Noch niedriger ist die Wahlbeteiligung unter jungen Franzosen.