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Euroländer billigen weitere Hilfszahlung an Griechenland


Griechenland

Euroländer billigen weitere Hilfszahlung an Griechenland

Die Euroländer haben sich nach Monaten auf eine weitere Hilfszahlung für Griechenland geeinigt.

Damit werden aus dem laufenden Hilfsprogramm 8,5 Milliarden Euro freigegeben, die Griechenland nächsten Monat dringend braucht.

Monatelang rang Griechenland mit seinen Gläubigern um diese Auszahlung aus dem Programm, für das bis 2018 bis zu 86 Milliarden Euro bereit stehen.

Athen hatte als Vorleistung zuletzt nochmals harte Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht – so hart, dass gestern in Athen einige tausend Rentner auf die Straße gingen.

Über einen Kompromiss wurde nun doch auch der Weltwährungsfonds beteiligt, der an sich weitere Hilfen ablehnt, weil er die griechische Schuldenlast für zu hoch hält.

Seine Leiterin Christine Lagarde spricht dann auch von der zweitbesten Lösung: Die beste Lösung, so sagt sie, wäre eine endgültige Einigung auf eine Schuldenerleichterung gewesen.

Das Beste könne der Feind des Guten sein, sagt dagegen der französische Finanzminister Bruno Le Maire. Auf das jetzige Vorgehen hätten sich alle geeinigt. Bei stärkerem Wachstum könne man natürlich auch die Rückzahlung der griechischen Schulden neu betrachten.

Sein griechischer Kollege Euklid Tsakalotos ist in Maßen zufrieden: Seine Regierung habe viel geopfert, sagt er, und die Griechen hätten dadurch viel Einkommen und viel Rente eingebüßt – angesichts dessen könnten manche denken, man habe ein bisschen mehr verdient. Aber jetzt sei es nun einmal so, und das Entscheidende sei, dass es Licht am Ende des Tunnels gebe.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich ebenfalls zufrieden. “Ich glaube, wir haben insgesamt eine vernünftige Linie erreicht”, sagte er. “Die Reformen werden der griechischen Wirtschaft nützen. Und wir haben weitere Verunsicherung in der Eurozone vermieden.”

Schäuble lehnt es auch erneut ab, schon jetzt Zusagen für Schuldenerleichterungen zu geben. Er gehe davon aus, sagt er, dass das Programm Erfolg habe und die griechischen Schulden dann tragfähig seien.

Die Vereinbarung mit dem Weltwährungsfonds sei nun aber eine “gewisse Abweichung von dem, was beschlossen war”. Der Haushaltsausschuss des Bundestags werde sich heute damit beschäftigen.

Sollte der Ausschuss meinen, dass eine “wesentliche Änderung” des Hilfsprogramms vorliege, müsste der Bundestag sich mit einem neuen Mandat für die Griechenlandhilfe befassen.