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USA: Lehren aus Sex-Skandal um Top-Turnerinnen

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USA: Lehren aus Sex-Skandal um Top-Turnerinnen

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In den USA versucht die Turnwelt, mit dem Sex-Skandal klarzukommen, der im vergangenen Jahr ruchbar geworden war. Medien hatten von mindestens 386 Fällen sexuellen Missbrauchs junger Turnerinnen und Turner durch Verantwortliche berichtet. Demnach (“NBC”) beschlagnahmte die Polizei 37.000 auf Vergehen hinweisende Bilder und Videos. Ein früherer Teamarzt, Dr. Larry N., muss sich vor Gericht verantworten.


Die frühere Turnerin Jamie Dantzscher (US-Teammitglied Olympische Sommerspiele 2000) vor einem Ausschuss des US-Senats:

“Dr. Nassar missbrauchte mich am US-amerikanischen Trainingszentrum in Texas, er mißbrauchte mich in Kalifornien bei Wettkämpfen und rund um die Welt. Oft war das in meinem eigenen Zimmer, in meinem eigenen Bett.”


Bei ihr hätten sich rund 100 ehemalige Turnerinnen gemeldet, deren Geschichten mit ihrer eigenen vergleichbar seien.

"Ex-Staatsanwältin Deborah Daniels" hat jetzt 70 Empfehlungen herausgebracht – sie fordert einen “durchgreifenden Kulturwandel” im Sport: Sicherheit müsse von allen Beteiligten höher eingestuft werden als Medaillen.

Unter anderem sollen demnach Erwachsene im Turnsport daran gehindert werden, mit kleinen Turnern und Turnerinnen allein zu sein. Auch Kontakte per Mail oder über soziale Netzwerke sollen untersagt werden. Verdächtige Vorgänge seien sofort zu melden, unter Strafandrohung, wenn nicht. Wer sich nicht an die Regeln halte, solle aus dem Nationalen Turnverband ausgeschlossen werden können.


su mit Reuters