Eilmeldung

Ein Jahr nach der Entscheidung für den Brexit schweben weiterhin viele Fragen über dessen Vollzug. Premierministerin May büßte ihre Regierungsmehrheit ein und hat mit ihren jüngsten Vorschlägen zu den Modalitäten des Brexits viel Skepsis auf Seiten der EU geerntet.

Die EU-Bürger, die in Großbritannien leben, leiden unter der Ungewissheit. May will ihnen, sofern sie (auf einen bestimmten Stichtag gerechnet) mindestens fünf Jahre in Großbritannien gelebt haben, Bleiberecht einräumen und ihren rechtlichen Status absichern. Doch noch ist nichts besiegelt. Insiders traf in London EU-Ausländer, die sich hier ein Leben aufgebaut haben, aber nicht wissen, ob und wie sie bleiben können. Und britische Unternehmer, die über Arbeitskräftemangel, das schwächere Pfund und die gestiegenen Importkosten klagen.

Ein weiterer Knackpunkt bei den Brexit-Verhandlungen ist die Frage der Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Wird es eine harte Grenze mit Zollkontrollen geben? Wie wird sich dies auf den Nordirland-Konflikt auswirken, der trotz des Friedensabkommens nicht völlig beigelegt ist? Insiders hörte sich beiderseits der Grenze
um.

Wir befragten Charles Grant, den Direktor der Denkfabrik “Centre for European Reform” und Experte für die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU, ob die Gefahr besteht, dass in Nordirland die Gewalt wieder aufflammt. Ob ein harter oder weicher Brexit zu erwarten ist. Und welche Perspektiven die britische Wirtschaft und der Handel zwischen Großbritannien und der EU haben.