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Moskau: Ballett-Premiere abgesetzt wegen schwuler Propaganda?

Das Bolschoi Theater sieht sich in der Kritik, weil es die Premiere von Nurejew abgesetzt hat - angeblich auf Druck des Kulturministers wegen "schwuler Propaganda".

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Moskau: Ballett-Premiere abgesetzt wegen schwuler Propaganda?

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Einen Tag vor der Premiere wurde ein Ballet über den ersten sowjetischen Tanzstar am Bolschoi in Moskau abgesetzt – Nurejew. Ganz Moskau spekuliert über die Gründe, die Gerüchteküche brodelt: ist es die Geschichte des schwulen Tänzers, die Inszenierung des schwulen Regisseurs – oder beides?

Vladimir Urin, Direktor des Bolschoi über die Gründe der Absetzung: “Wir haben uns die Generalprobe angesehen und… die Qualität des Ballets war… ich meine nicht die Arbeit des Regisseurs, ich meine, die Leistung des Ballets war schwach…”

Zuvor fand ein längeres Gespräch zwischen dem Direktor und dem russischen Kulturminister statt. Das Gesetz zum Schutz von Kindern vor schwuler Propaganda soll eine Rolle gespielt haben.

Vladimir Urin, Direktor des Bolschoi: “Mir war klar, als ich dem Prokekt grünes Licht gegeben habe – und alle hier wissen das – das die Figur Nurejev kontrovers ist, eine komplexe Figur, seine Geschichte ist eine echte Herausforderung. Wie auch immer, ich habe das Projekt ausgesucht, und es war klar das es Widerstand geben würde bei bestimmten Leuten.”

Nurejew ist bis in die Saison 2018/19 verschoben, auf dem Spielplan steht jetzt Don Quijote – und ganz Moskau hat den Aufreger der Ballettsaison.