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'Defend Europe' - Rechtsextreme wollen Migrantenboote blockieren


Italien

'Defend Europe' - Rechtsextreme wollen Migrantenboote blockieren

Eine Gruppe rechtsextremer Europäer haben sich zusammengeschlossen, um mit einem eigens gecharterten Boot den Flüchtlingsstrom Richtung Europa zu bremsen.

Die Mission “Defend Europe” will eigenen Angaben nach Menschenhandel vor der libyschen Küste eindämmen und Nichtregierungsorganisationen kontrollieren, die Migranten helfen “und mit kriminellen Menschenhändlern zusammenarbeiten”. Das Vorhaben ist eine Initiative der sogenannten Identitären Bewegung.

Die einwanderungs- und islamkritische Bewegung ist in Frankreich, Italien und Deutschland präsent.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks sind im laufenden Jahr bisher 83.650 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gekommen – allein 10.183 über die letzten drei Junitage. Rund 2.200 Migranten kamen 2017 bisher bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben.


Laut einer Studie der Vereinten Nationen in Libyen, verlassen die meisten Migranten ihre Heimatländer aus wirtschaftlichen Gründen.

‘Defend Europe’ sammelte nun mit Hilfe von Crowdfunding fast 70.000 Euro Spenden. Mit dem Geld charterte die Gruppe ein Boot, dass sie jetzt nach Sizilien schickt. Dort soll es Anhänger aufsammeln, um sich dann Richtung libysche Küste aufzumachen.

Nach Ansicht der Gruppierung machten sich NGOs strafbar, indem sie Flüchtlinge und Migranten immer näher an der libyschen Küste retten. “Sie arbeiten Hand in Hand mit diesen Kriminellen”, sagt ein Mitglied der Organisation in einem Video auf der eigenen Webseite.

Rob MacGillivray, der Direktor des Save the Children-Rettungsprogramms nannte das Vorhaben rechtsextremer Gruppierungen, Rettungsaktionen zu stören “extrem besorgniserregend”. “Sie ignorieren die moralische und legale Verpflichtung, Leben auf See zu retten.”