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Trump - Macron: Eine Gegenüberstellung in 20 Zitaten

Sei es Russland, Syrien, die Medien oder der Außenhandel - die beiden Präsidenten haben teilweise sehr unterschiedliche Ansichten.

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Trump - Macron: Eine Gegenüberstellung in 20 Zitaten

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Nach dem “Dinner unter Freunden” am Donnerstagabend auf dem Eiffelturm, steht für die Präsidenten von Frankreich und den USA an diesem Freitag die große Parade des Nationalfeiertags auf dem Champs-Elysées an.

Schon seit Wochen laufen in Paris die Vorbereitungen.

Emmanuel Macron hatte seinen Amtskollegen Donald Trump zu diesem besonderen Tag eingeladen und damit auch für Kritik gesorgt. Der Parisien etwa titelte “Trump – der Schock-Gast von Macron”. Der frisch gebackene französische Präsident verteidigte seine Entscheidung mit dem 100. Jahrestag des Eintretens der USA in den I. Weltkriegs.

Französische Medien unterstreichen die unterschiedlichen Ansichten Trumps und Macrons vor allem in Hinsicht auf den Klimawandel. Wie sieht es bei anderen Themen aus? Ein Überblick in 20 Zitaten.

Die Europäische Union

Emmanuel Macron
Ich bin quasi davon besessen, zurück zu den Wurzeln zu kehren: Europa wurde gegründet mit einem Versprechen für Frieden, Fortschritt und Wohlstand. […] Ein Europa, das uns gegenüber der Globalisierung schützt und das ein neues Gesellschafts- und Wachstumsmodell entwickelt.“ – Interview mit der Zeitung Sud-Ouest (Juli 2017)

Donald Trump
Donald Trump hat seine Meinung zur EU überdacht.
Noch vor einem Jahr kritisierte er die EU und ihre Bestimmungen: “Die Europäischen Union ist sehr kompliziert und bürokratisch.“ Im vergangenen April klang das dann wie folgt: “Ein starkes Europa ist wichtig für mich als Präsident, auch auch – das glaube ich wirklich – wichtig für die USA“, erklärte Trump. “Wir werden der EU helfen, stark zu sein. Und davon werden alle profitieren“.


Der Brexit

Emmanuel Macron
Die beste Handelsvereinbarung für Großbritannien ist, Mitglied der Europäischen Union zu bleiben“ (Ende Februar 2017)

Donald Trump
Auch beim Thema Brexit hat der US-Präsident seine Meinung geändert.
In einem Interview mit der Financial Times im April 2017 erklärte er: “Ich hätte gedacht, als es passierte, dass andere (Länder) folgen würden. Aber ich denke wirklich, dass die EU dabei ist, sich zu erholen.
Drei Monate zuvor hatte er gesagt: “Ich glaube wirklich, dass das eine ausgezeichnete Sache für Großbritannien ist und auch eine sehr, sehr gute Sache für die EU“. Nach dem Brexit-Votum twitterte er: “Gerade in Schottland gelandet. Die Region ist völlig außer sich wegen der Entscheidung. Sie haben ihr Land zurückerobert, so wie wir Amerika zurückerobert haben. Punkt“.


Russland

Emmanuel Macron
Wladimir Putin war im Mai 217 Macrons Gast in Versailles. Macron beschrieb das Treffen als einen “offenen Dialog, ehrlich und manchmal auch mit Meinungsverschiedenheiten“ doch er unterstrich auch “Was Syrien angeht, ist unsere oberste Priorität der Kampf gegen den Terrorismus. Ich wünsche mir eine engere Zusammenarbeit mit Russland in dieser Hinsicht“. (Mai 2017)

Donald Trump
Wir haben ein riesiges nukleares Potential und sie auch. Es hat keinen Sinn auch nur irgendeine Beziehung mit ihnen zu haben. […] Ich denke, wir werden uns sehr sehr gut verstehen“. (Aussage bezüglich des Treffens der beiden Präsidenten beim G20-Gipfel in Hamburg am 8. Juli.


Die IS-Miliz und der Krieg in Syrien

Dieses Thema dürfte eines der wenigen sein, bei denen sich Macron und Trump einig sind. Frankreich und die USA tauschen diesbezüglich Informationen aus und arbeiten militärisch zusammen.

Emmanuel Macron
Unsere oberste Priorität ist der Kampf gegen den Terrorismus und die Zerstörung der IS-Miliz. Anschließend möchte ich, das wir dem Land bei einem erfolgreichen Übergang zur Demokratie verhelfen und den syrischen Staat erhalten. […] Der Einsatz von Chemiewaffen würde eine sofortige Reaktion Frankreichs nach sich ziehen. Zweite Priorität ist der Zugang für Hilfslieferungen.“ (Mai 2017, Treffen von Macron und Putin in Versailles)

Donald Trump
Meine Einstellung bezüglich Syrien und Assad hat sich sehr verändert.” (April 2017)

Meine lieben Landsmänner, am Dienstag hat der syrische Diktator Assad eine grausame Attacke mit Chemiewaffen gegen die unschuldige Zivilbevölkerung ausgeführt. […] Heute Abend rufe ich alle zivilisierten Länder auf, sich uns anzuschließen und dem Massaker und Blutbad in Syrien ein Ende zu setzen, sowie den Terrorismus in all seinen Formen zu beseitigen.“ (7. April. Zuvor hatten die USA eine Luftwaffenbasis in Syrien bombardiert)


Der Handel

Emmanuel Macron
Wir haben unterschiedliche Ansätze beim Thema Handel. In den USA wird eine protektionistische Politik wiedergeboren. Ich möchte, dass wir den freien und fairen Handel verteidigen. Der Protektionismus ist ein Fehler, es ist sozusagen der Zwillingsbruder des Nationalismus und der führt zu Krieg.“ (Interview Juli 2017)

Emmanuel Macron ist Befürworter umstrittener internationaler Handelsabkommen wir CETA, das seiner Meinung nach “die Handelsbeziehungen mit Kanada ganz eindeutig verbessern“ würde.

Donald Trump
Wir werden die schlechten Freihandelsabkommen verbessern, es ist höchste Zeit […] Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt, Handelsdefizit um Handelsdefizit _ [..] _tausende Fabriken wurden unserem Land geraubt“ (April 2017)

Als Erinnerung: Bei einer TV-Debatte im September 2016 im US-Wahlkampf erklärte Trump, “das NAFTA [Nordamerikanisches Freihandelsabkommen] ist eines der schlimmsten Abkommen, das unser Land je geschlossen hat, von einem wirtschaftlichen Blickwinkel, eines der schlimmsten Abkommen in der gesamten Geschichte der USA_”.


Die Medien

Emmanuel Macron
Der französische Präsident überlässt nichts dem Zufall: Die Kommunikationsstrategie seiner Kampagne war bis ins kleinste Detail geplant. Den Medien gegenüber ist er auch gerne mal kritisch aber zweifelt ihre Rechtmäßigkeit nicht an. Allerdings haben zahlreiche Medienunternehmen kritisiert, dass Macron bei seiner ersten Reise außerhalb der EU selbst bestimmen wollte, welche Journalisten ihn begleiten durften. In einem offenen Brief schrieben äußerten sie ihre Bedenken.
Macron verteidigte sich in einer Pressemitteilung, die Berichterstattung spielt eine wichtige Rolle, “der Elysée-Palast soll auch Journalisten offen sein, die eine andere Ansicht der präsidentiellen Arbeit haben“. (Mitte Mai 2017)
Journalisten sind keine Freunde. Ich respektiere sie. Aber wenn ich ihnen zu nah komme, werden sie es es bereuen, weil sie eine Verpflichtung haben. Und dann werden sie mich dafür verantwortlich machen.“ (Anfang Mai 2017, vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen)

Donald Trump
“Die ‘Fake-Media’ (New York Times, NBC News, ABC, CBS, CNN die scheitern) sind nicht meine Feinde, sie sind die Feinde des amerikanischen Volkes!_”