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Nicaragua: Protest gegen Kanalbau-Projekt


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Nicaragua: Protest gegen Kanalbau-Projekt

In Nicaragua haben Hunderte Menschen gegen den geplanten Bau eines Kanals protestiert.

Die Regierung des zentralamerikanischen Landes hatte der chinesischen Baufirma HKND Group vor drei Jahren eine 50-Jahres-Konzession für Bau und Betrieb eines Kanals erteilt.

Dagegen regt sich nun Widerstand.

Eine Demonstrantin sagte: “Wir senden der Regierung die Botschaft, dass wir nicht aufgeben und notfalls noch 70 Mal protestieren. Das entsprechende Gesetz muss zurückgezogen werden, denn für uns ist es eine Bedrohung. Es wurde als Konzession für ein chinesisches Unternehmen gemacht, und die Chinesen können diese Konzession überall in der Welt verkaufen, an irgendeinen Investor und für jedes beliebige Projekt.”

Die Demonstranten befürchten, dass wegen des Kanalbaus viele Menschen ihre Heimat verlassen und ganze Gemeinden überflutet werden. 30.000 Menschen könnnten Experten zufolge betroffen sein.


Außerdem bedrohe der Kanalbau die Umwelt, speziell den Nicaraguasee mit der bei Touristen beliebten Insel Ometepe.

Die Regierung verteidigt den Kanal, der den Atlantik mit dem Pazifik verbinden und dem weiter südlich gelegenen Panamakanal Konkurrenz machen soll.

Das fast 300 Kilometer lange Bauwerk mitsamt der angeschlossenen Infrastruktur werde das Bruttoinlandssprodukt im 15 Prozent steigern, sagt die Regierung.