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Hotel in Arosa: "Jüdische Gäste" sollten vor dem Schwimmen duschen

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Hotel in Arosa: "Jüdische Gäste" sollten vor dem Schwimmen duschen

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Die Aufforderung eines Hotels im Ferienort Arosa in der Schweiz, jüdische Gäste sollten vor dem Besuch des Swimmingpools duschen, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Das Apartmenthaus Paradies hat mit seiner seltsamen Aufforderung sogar die israelische Vize-Außenministerin erzürnt. Tzipi Hotovely sprach von einem “anti-semitischen Akt der schlimmsten und hässlichsten Art”. Viele israelische Medien hatten von dem antisemitischen Faux-Pas berichtet.

Besonders die Tatsache, dass von “Duschen” die Rede war, zeugt von gravierender Unkenntnis der Geschichte, da Juden in den Todeslagern der Nazis zum Duschen aufgefordert wurden – und dann in den Gaskammern getötet wurden.

Die gedruckte Aufforderung auf Englisch “To our Jewish guests, women, men and children. Please take a shower before you go swimming.” wurde auf Twitter geteilt. Laut Paradies Apartmenthotel war das Plakat aber nur 24 Stunden lang zu sehen.

Hotelmanagerin Ruth Thomann verteidigte den Aufruf an der Tür zum Swimmingpool damit, dass eine gewisse Zahl jüdischer Gäste, ohne zu duschen, ins Schwimmbad gegangen seien. Sie gab aber zu, dass sie sich besser an alle Gäste statt speziell an Juden adressiert hätte.

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Studie zum Antisemitismus in Deutschland die wachsende Furcht dokumentiert.

Auch in den sozialen Medien gibt es zahlreiche Reaktionen.