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Terrorgruppe von Barcelona: Bombenwerkstatt in Alcanar

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Terrorgruppe von Barcelona: Bombenwerkstatt in Alcanar

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Der Terroranschlag in Barcelona steht offenbar in Zusammenhang mit einer Explosion in einem Wohnhaus in dem Ort Alcanar. Bei der Gasexplosion in der Provinz Tarragona etwa 200 Kilometer südlich waren ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. In Cambrils nahe der Stadt Tarragona hat die Polizei vier Verdächtige erschossen und einen verletzt. Auch Unbeteiligte und ein Polizist wurden verwundet. Eine Frau erlag am Freitag ihren Verletzungen. Man gehe davon aus, dass die Vorgänge in Cambrils mit einem Terroranschlag in Verbindung stünden, teilte die Polizei mit. Zuvor hatten die Behörden Menschen in Cambrils aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben.

In dem Haus wurden offenbar Gasflaschen und Sprengstoffe gefunden – eine wahre Bombenwerkstatt.

Kurz nach 17 Uhr fuhr laut Augenzeugen ein Mann in einem weißen Van mit hoher Geschwindigkeit im Zickzack über die Ramblas. Über eine Strecke von einem halben Kilometer rammte er mehrere Menschen. Mindestens 13 Personen wurden getötet. Kataloniens Regierungschef Joaquim Forn befürchtet aber, dass es noch weitere Todesopfer geben wird. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Der Täter konnte fliehen. Nach zwei Stunden stuften die Behörden das Ereignis als Terroranschlag ein. Wenig später bekannte sich einer islamistischen Nachrichtenquelle zufolge der sogenannte Islamische Staat zu der Tat.

International wurde die Tat wieder einmal mit Entsetzen aufgenommen. Österreichs Bundeskanzler Christian Kern schrieb, seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer. Deutschlands Regierungssprecher Steffen Seibert brachte tiefe Trauer zum Ausdruck. Deutschlands muslimische Ahmadiyya-Gemeinde, einer der größten islamischen Verbände des Landes, zeigte sich geschockt. In Frankreichs Élyséepalast spricht man von einem “neuen und entsetzlichen Angriff gegen unsere freien Gesellschaften”. Die USA boten den Spaniern Hilfe bei der Bestrafung der Täter an. Und UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Tat als “abscheuliche Gewalt”. Die Verantwortlichen müssten rasch zur Rechenschaft gezogen werden.

Die katalonische Regionalregierung hat eine dreitägige Staatstrauer angesetzt. Ada Colau, die Bürgermeisterin Barcelonas, rief zu einer Schweigeminute am Freitagmittag auf, an der Tausende teilnahmen.