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Ausgangssperren, Evakuierungen – so reagieren die USA auf Harvey

Dammbrüche verhindern, Plünderungen erschweren, Menschenleben retten

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Ausgangssperren, Evakuierungen – so reagieren die USA auf Harvey

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Tropensturm Harvey wütet weiterhin im Südosten der USA. 125 Zentimeter Niederschlag hat er seit Freitag gebracht, ein Rekordwert. Damit übertrifft Harvey den bisherigen Rekordhalter, Sturm Amelia von 1978, um einen Zentimeter.

Es ist aber ein trauriger Rekord. Mindestens vier Tote gibt es bisher, unter ihnen ein Polizist. Mehrere Medien berichten aber schon weitaus höhere Opferzahlen. 17.000 Menschen sind in Notunterkünften, berichtet das Rote Kreuz.

Mit unterschiedlichen Strategien kämpfen Politiker und Einsatzkräfte gegen die Gefahren. In mehreren Orten gibt es Ausgangssperren für die Bevölkerung, damit soll Plünderern keine Chance gegeben werden.

Anderswo genau die gegenteilige Anweisung. In Crosby, Texas, müssen die Bewohner ihre Häuser verlassen. Dort droht eine Chemiefabrik zu explodieren. Die Betreiberfirma spricht von einer “ernsten Situation”.

In Brazoria County nahe der Hauptstadt Houston gab es die Befürchtung, ein Damm könnte brechen. Menschen mussten ihre Häuser verlassen, am Ende war es dann doch nicht so schlimm. Der Damm hält.

Harvey und das Öl

Die Ölpreise sind am Dienstag gestiegen. Einen Grund dafür sehen Analysten im Wirbelsturm Harvey. Die Überschwemmungen, die er mit sich bringt, haben Auswirkungen auf die Ölindustrie an der Südküste der USA. In Texas wurden mehrere Raffinerien geschlossen. Derzeit gebe es einen starken Einbruch bei der Nachfrage nach Rohöl in den USA, sagte Experte John Kilduff vom Rohstoffhandelshaus Again Capital. Er sprach von einer Unterbrechung der Benzinproduktion, die noch für längere Zeit anhalten dürfte.

Die Behörden hatten bereits zuvor versucht, weitere Stauseen rund um Houston mit kontrollierten Öffnungen der Schleusen auszubalancieren. Zwar erhöhte das abfließende Wasser die Problematik unterhalb der Reservoirs, jedoch wurde oberhalb der Stauseen das Entstehen neuer Probleme dadurch verhindert. Houston ist auf ehemaligen Sümpfen gebaut, der Erdboden besteht zum Teil aus Ton. Das Erdreich nimmt das Wasser nur sehr langsam auf.

US-Präsident Donald Trump reiste ins Katastrophengebiet. In der Stadt Corpus Christi besuchte er eine Feuerwache. Texas komme mit allem zurecht, sprach er den Einsatzkräften Mut zu. Zahlreiche Wirtschaftsführer und Prominente spendeten zum Teil große Summen für die Hochwasseropfer. Viele US-Amerikaner sind nicht gegen Flutschäden versichert.

Derweil bereitet sich ein weiterer US-Bundesstaat auf die Ankunft von Sturmtief Harvey vor: Louisiana, der Staat, der schon 2005 von Wirbelsturm Katrina verwüstet worden war.