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Mexiko: Riesenbaby auf dem Grenzzaun

Der Zaungast schaut von Mexiko auf die amerikanische Seite und ist ein Kunstwerk des Franzosen JR.

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Mexiko: Riesenbaby auf dem Grenzzaun

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Ein Riesenbaby schaut über den Grenzzaun, von der mexikanischen Seite auf die auf die US-amerikanische. Die gute 20 Meter hohe Fotomontage ist das jüngste Werk des französischen Street-Art-Künstlers JR, der für seine übergroßen Porträts bekannt ist.

Als Künstler fände er es fantastisch, dass seine Aktion zu einem Zeitpunkt stattfinde, an dem sie für noch mehr Gesprächssoff sorge, so der Künstler bei der Vorstellung in der vergangenen Woche.

Nur kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, er wolle das Schutzprogramm für junge Menschen, die als Kinder mit ihren Eltern illegal in die USA eingewandert sind, aufheben. Geplant war die Installation aber schon viel länger.

Der Zaungast lockt viele Schaulustige zu beiden Seiten der Grenze – und sorgt nicht nur für Begeisterung. Einer kalifornischen Anwohnerin kann der Grenzzaun gar nicht hoch genug sein, damit ihr nicht mehr so viel geklaut werde, sagt sie.

Vorlage für die Rieseninstallation war übrigens ein mexikanisches Kind, der einjährige Kikito. “Kunst ist dazu da, interpretiert zu werden, sagt die Mutter des Jungen. Der Schmerz, die Trauer und die Verzweiflung der Menschen spiegeln sich auf diesem unschuldigen Babygesicht wieder, und das bewegt.”

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für sein Projekt hatte JR den Kleinen – und seine Mutter – in der mexikanischen Stadt Tecate kennengelernt und sofort gewusst, das ist der Richtige. Nun geht sein Riesenbaby um die Welt – und sorgt auch in den sozialen Netzwerken für viel Wirbel.