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Russland: Kritische Demos zu Putins 65. Geburtstag enden für viele Nawalny-Anhänger hinter Gittern

Bürgerrechtler zählen 260 Festnahmen landesweit

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Russland: Kritische Demos zu Putins 65. Geburtstag enden für viele Nawalny-Anhänger hinter Gittern

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Bei Großdemonstrationen zum 65. Geburtstag von Kremlchef Wladimir Putin hat die Polizei in Russland viele Anhänger des Oppositionellen Alexej Nawalny festgenommen. In Putins Heimatstadt St. Petersburg griffen die Sicherheitskräfte bei der nicht genehmigten Kundgebung nach Medienberichten («Nowaja Gaseta») hart durch. Demnach wurden dort am Samstag mindestens 100 Menschen in Gewahrsam genommen. Sie hatten “Alles Gute” gerrufen, “Freiheit für Nawalny” und sogar “Putin, geh nach Katalonien”. Die Bürgerrechtsorganisation OVD-Info sprach von mindestens 66 Festnahmen in St. Petersburg und 260 Festnahmen landesweit.

In Moskau hatten sich rund 1.000 Demonstranten auf dem Puschkinplatz in der Innenstadt versammelt und riefen: “Russland wird frei sein” und “Russland ohne Putin”. Hunderte Polizisten hinderten sie am Zugang zum Roten Platz. Laut OVD-Info gab es allein dort Dutzende Festnahmen.

Stepan Fesov, Aktivist:

“Wir kämpfen für Russland, um frei vom” Putinismus “zu sein, denn die Staatsmacht, die wir jetzt haben, ist feudal, wir haben keine Redefreiheit, keine Wahlfreiheit.”

Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny hatte in rund 80 Städten zu Protesten gegen die Staatsspitze
und für freie und faire Wahlen aufgerufen. Seine Anhänger fordern den Rücktritt des Präsidenten. Ein Kritiker:

Alexander:

“Er hat das Recht, politische Karriere zu machen, ich bin bereit, einen großen Teil seiner Ideen zu unterstützen. Aber Leute zu nicht genehmigten Protesten zu bringen, um politisches Kapital daraus zu schlagen – das ist meiner Meinung nach nicht richtig.”

Nur in knapp 20 Orten wurden die Proteste zugelassen. Nawalny selbst konnte nicht demonstrieren.

Er sitzt seit Ende September wegen des wiederholten Aufrufs zu nicht genehmigten Protesten 20 Tage Arrest ab.

su mit dpa