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US-Amerikaner Richard Thaler erhält Nobelpreis für Wirtschaft

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US-Amerikaner Richard Thaler erhält Nobelpreis für Wirtschaft

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Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an den US-Forscher Richard H. Thaler. Das teilte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm mit.

Thaler wurde für seine Beiträge zur Verhaltensökonomik ausgezeichnet, wie die Jury erläuterte. Dabei geht es etwa um psychologische Faktoren, die hinter wirtschaftlichen Entscheidungen stehen. Der 72-jährige Verhaltensökonom habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, so hieß es in der Begründung.

Der neue Preisträger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften lehrt derzeit an der Universität in Chicago. Er zählt zu den bekanntesten Forschern in seinem Bereich und soll sogar den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama beraten haben. Die schwedische Jury erklärte, dass mit Thalers Arbeit ökonomische Fehlschläge verhindert werden können.

“Ich werde es so rational wie nur möglich ausgeben”, soll Thaler auf die Frage nach dem Preisgeld nach der Bekanntgabe geantwortet haben. Das schrieb das Nobelpreiskomitee auf Twitter.



Ein besonderer Wirtschaftspreis

Im vergangenen Jahr hatten der US-Amerikaner Oliver Hart und der Finne Bengt Holmström den Nobelpreis für Forschungen zu Vertrags-Konstruktionen erhalten. Ökonomen aus den Vereinigten Staaten dominieren die Auszeichnung seit der ersten Verleihung 1969. Nur ein Deutscher wurde bisher geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

Die mit umgerechnet rund 940 000 Euro dotierte Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich. Verliehen wird der Wirtschafts-Preis trotzdem gemeinsam mit den traditionellen Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden am 10. Dezember – dem Todestag des Preisstifters.