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Bloggermord auf Malta: "Die Lage ist hoffnungslos"

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Bloggermord auf Malta: "Die Lage ist hoffnungslos"

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“Eine Reporterin, die in Maltas Dreck wühlte”, so titeln Zeitungen über den mutmaßlichen Anschlag auf die maltesische Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia. Ihr Sohn Matthew hat nun schwere Vorwürfe gegen die Regierung erhoben. Diese habe es erst ermöglicht, dass auf Malta eine “Kultur der Straffreiheit” entstanden sei.

Er schrieb, seine Mutter sei wegen ihrer Veröffentlichungen über politische Korruption ermordet worden. Sie habe zwischen dem Gesetz und jenen gestanden, die es immer wieder brachen. Daphne Caruana Galizias gefragter Blog hatte 400.000 Follower auf einer Insel mit kaum mehr Einwohnern.


In der Vergangenheit schrieb die Journalistin über die “Panama Papers” und deckte auf, dass selbst die Frau des Ministerpräsidenten Michelle Muscat im Steuerparadies eine geheime Firma hatte – wie auch der frühere maltesische Energieminister und andere Regierungsmitglieder. Ihre Enthüllungen führten am Ende zu Neuwahlen.

Eine Pionierin des Investigationsjournalismus, so nannte sie die europäische Kommission und rief die Behörden auf der Mittelmeerinsel auf, ihre Arbeit zu tun und den Täter vor Gericht zu bringen. Der Kommissionssprecher Margaritis Schinas sagte, “wir sind entsetzt, dass eine bekannte und respektierte Journalistin getötet und Ziel eines Anschlags wurde.”

Der Tatort: Die Bloggerin starb an diesem Montag, als ein an ihrem Wagen deponierter Sprengsatz in die Luft ging. Niederländische Forensiker und amerikanische FBI-Agenten helfen bei den Ermittlungen.

Noch eine halbe Stunde vor der Tat schrieb die Journalistin: “Wo du auch hinschaust, überall sind Gauner. Die Lage ist hoffnungslos.”