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"Katalonien ist zur Isolation verurteilt" sagt unser Experte

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"Katalonien ist zur Isolation verurteilt" sagt unser Experte

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Das katalanische Parlament erklärt die Region für unabhängig, der Senat in Madrid hebt deren Autonomie auf. Und jetzt? Euronews sprach mit Alvaro Oleart vom Fachbereich Europastudien der Freien Universität Brüssel.
“Eine einseitige Unabhängigkeitserklärung hat solange keine Gültigkeit, solange sich nicht Länder finden, die sie anerkennen. Ich glaueb nicht, dass das der Fall sein wird. Katalonien ist zur Isolation verurteilt.”
Das Abstimmungsergebnis im Senat in Madrid war wesentlich deutlicher als das im Parlament in Barcelona. Aber ist eine direkte Verwaltung Kataloniens durch die Zentralregierung Madrids im derzeitugne Klima überhaupt durchführbar?
“Mit Sicherheit wird es Formen zivilen Ungehorsams geben. Die Volkspartei und die spanische Regierung sind serh unbeliebt in Katalonien, alle Versuche einer Verwaltung und Regierung von Madrid aus werden sich sehr schwierig gestalten. Wir haben ja schon am 1.Oktober gesehen, als Madrid das Referendum nicht verhindern konnte.”
Die Fronten sind so verhärtet wie nie, und das nicht nur auf der Ebene der Regierungen. Aktivisten auf beiden Seiten zeigen wenig Appetit auf Kompromisse.
“Was wir jetzt auf beiden Seiten beobachten können, ist eine Art Augen-zu-und-durch-Haltung. Die Basis ist auf beiden Seiten einer Einigung nicht zugeneigt.”
Klar ist derzeit nur, dass Spanien schwere Zeiten bevorstehen, und das Europa nicht unberührt bleiben wird. Zeit für Ursachenforschung, meint unser Experte.
“Ich glaube, dass das Erstarken der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien überwiegend durch die Austeritätspolitik der katalanischen und der spanischen Regierung, aber auch der EU verursacht wurde. Ja, es gibt nationale Aspekte, aber es gibt auch gemeinsame Aspekte mit der Unzufriedenheit in anderen Teilen Europas, wie etwa in Frankreich mit Marine Le Pen und in England mit Brexit. Das verdient eine Reflektion aus europäischer Perspektive, zu verstehen, warum so viele Menschen ihre Unzufriedenheit mit dem Status Quo zum Ausdruck bringen.”