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Kenia: Gespaltenes Land nach Neuwahl

Nach jüngsten Angaben der Wahlkommission haben nur rund ein Drittel der Stimmberechtigten bei der neuen Abstimmung gewählt.

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Kenia: Gespaltenes Land nach Neuwahl

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Nach der umstrittenen Wiederholung der Präsidentenwahl in Kenia fragen sich viele, ob die neue Abstimmung glaubwürdig ist: Nach ersten vorläufigen Zahlen haben nur rund ein Drittel der Wahlberechtigten abgestimmt, so die Wahlkommission.

Auf Twitter teilte der Leiter der Wahlkommission Wafula Chebukati mit, etwa 6,55 Millionen Kenianer hätten für einen neuen Staatschef gestimmt. Dies entspricht etwa 33,4 Prozent der mehr als 19 Millionen Wähler. Bei der ersten Präsidentenwahl im August hatten rund 79 Prozent der Stimmberechtigten gewählt.


Der seit 2013 amtierende Präsident Uhuru Kenyatta wollte sich bei der Neuwahl eine zweite Amtszeit sichern. Sein Gegner und Oppositionsführer Raila Odinga hatte zum Boykott aufgerufen. Der Ausgang der Neuwahl war also vorhersehbar.

Auf den kenianischen Straßen haben sich bereits viele vom politischen Handeln abgewandt. “Wir haben die Nase voll von der Politik. Wir wollen, dass unser Leben normal weitergeht. Wir Arbeiter werden verletzt und kämpfen”, sagt Fred Mutuku aus der Hauptstadt Nairobi.

Am Tag der Neuwahl kam es zu gewaltsamen Protesten im ganzen Land. Dabei starben mindestens drei Menschen.

Besonders in Kisumu, einer Hochburg der Opposition, gab es Proteste. Menschenrechtler von Amnesty International überwachten die Lage, teilten sie per Twitter mit.


Wahllokale wurden blockiert, in einigen Teilen des Landes konnte gar nicht gewählt werden. In mindestens vier Bezirken wird die Abstimmung am Samstag nachgeholt.

“Die Politiker sollten sich jetzt zusammensetzen und zum Volk sprechen. Jeder sollte zu seinen Leuten sprechen und ihnen sagen, dass Kenia eins ist, wie es die letzten Jahre auch war”, sagt eine Einwohnerin Nairobis, Agnes Kinya.

Auch die kenianische Presse macht klar, das Land ist stark gespalten. Zeitungen titelten: “Ein Kenya, zwei Gesichter”, “Tag der Freude und des Widerspruches” oder “Die große Spaltung”.