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Athen: Flüchtlinge im Hungerstreik

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Athen: Flüchtlinge im Hungerstreik

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Ein Hungerstreik – ein Hilfeschrei: In Athen wollen etwa ein Dutzend Flüchtlinge auf diese Art und Weise die Zusammenführung mit ihren Familien erreichen. Sie protestierten am Donnerstag am zweiten Tag in Folge vor dem Parlament in der griechischen Hauptstadt. Die größtenteils syrischen Flüchtlinge wollen oft zu ihren Verwandten nach Deutschland. Sie werfen Griechenland und Deutschland vor, den Familiennachzug absichtlich zu erschweren.

Die Verzweiflung treibe sie in die Arme der Schleuser, so Fawaz aus Syrien: “Die Schleuser nutzen uns aus. Griechenland ermöglicht ihnen das. Ich habe gesehen, wie ein Mann seine Niere verkaufen wollte, um an Geld zu kommen. Was kann es Schlimmeres geben?”

Viele der Flüchtlinge haben offiziell bereits die Erlaubnis, zu ihren Familien zu kommen. Doch die Verfahren können Monate dauern und das Leben in den Camps sei unerträglich, so Fidel aus Syrien: “Ich wünschte, ich wäre in Syrien geblieben. Da wissen wir wenigstens, was uns erwartet. Wenn wir gestorben wären, dann wenigstens mit Würde. Nicht so, wie wir hier leben, von allen im Stich gelassen.”

In Griechenland warten nach offiziellen Angaben mehr als 4000 Menschen auf eine Familienzusammenführung. Viele Betroffene wollen weiter Druck machen. Euronews-Reporterin Nikoleta Drougka: “Familien, die seit Jahren getrennt leben, planen, in der kommenden Woche wieder zu demonstrieren, hier in Athen und gleichzeitig auch in Berlin.”