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In bester Gesellschaft: Apple, Nike & Co in Paradise

Die Paradise Papers zeigen, wie gesellschaftsfähig Schlupflöcher zur Steuervermeidung inzwischen sind.

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In bester Gesellschaft: Apple, Nike & Co in Paradise

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Die Enthüllungswelle der Paradise Papers läuft, jetzt sind die grossen Konzerne dran. Apple: Der Konzern hat anscheinend nach Möglichkeiten zur Steuervermeidung im grossen Stil gesucht. Nachdem ein bekanntes Modell mit Sitz in Irland auszutrocknen drohte verlegte der Konzern den Sitz entscheidender Tochterfirmen auf die britischen Kanalinsel Jersey – mit vorteilhafter Steuergestaltung für Apple.

Auch Nike spart schon seit den 90ern mit Firmen in den Niederlanden massiv Steuern. Umsätze, die vom Ausland in die Niederlande überwiesen werden, werden steuerfrei verbucht. Dann werden Kosten und Gewinne zwischen mehreren Firmentöchtern so verrechnen, dass nur eine minimale Steuerlast bleibt.

Formel-1-Millionär Lewis Hamilton hat anscheinend vier Millionen Euro Mehrwertsteuer für seinen Privatjet gespart, indem er den Flieger von seinen eigenen Briefkastenfirmen geleast hat. Auf der Isle of Man sind 231 von der Umsatzsteuer befreite Leasingfirmen registriert – insgesamt ergebe das über die Jahre eine Steuerersparnis von knapp 900 Millionen Euro wie die Süddeutsche Zeitung hat errechnen lassen.

Die Paradise Papers sind mit 13.4 Millionen Datensätzen die bislang umfangreichste Quelle über internationale Offshore-Finanzgeschäfte; sie enthalten die Namen großer Firmen und bekannter Personen. Mit dabei sind mehr als 120 Politiker aus fast 50 Ländern.

Ein Jahr nach den Panama Papers hat das internationale Netzwerk investigativer Journalisten mit der Großrecherche zum Thema Steuerparadiese zwar kaum illegale oder justitiable Aktivitäten enthüllt. Aber es zeigt, wie gesellschaftsfähig Schlupflöcher zur Steuervermeidung inzwischen sind.