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Live vom Zarensturz: Russische Revolution von 1917 online

Auf einer Social-Media-Seite kommen Zeitzeugen des Jahres 1917 zu Wort - und beschreiben so die Ereignisse des Revolutionsjahres. Dahinter steht ein Redaktionsteam, insgesamt sind einhundert Menschen beteiligt.

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Live vom Zarensturz: Russische Revolution von 1917 online

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Die russische Oktoberrevolution als Zeitstrahl im Internet. In diesen Tagen jähren sich die entscheidenden Ereignisse zum 100. Mal. Bereits seit vergangenem Jahr kann der radikale Umbruch online nachvollzogen werden. Der User kann genau sehen, was wann passiert ist.

Andrei Borzenko ist stellvertretender Leiter des Projektes 1917: “Die Bolschewiki haben jetzt die Staatsbank und das Telegrafenamt in Sankt Petersburg eingenommen. Ministerpräsident Kerensky kann Männer zum Schutz des Winterpalastes auftreiben. Mehrere tausend Marinesoldaten marschieren von Helsinki nach Petrograd. Wir sind jetzt praktische live dabei.”

Beim Projekt 1917 handelt es sich um eine Social-Media-Seite auf der berühmte, aber auch unbekannte Bewohner Russlands aus dem Jahr 1917 eine Stimme bekommen. “Eine meiner Lieblingsfiguren ist der Diplomat Lew Urusow. Wir haben sein Tagebuch gefunden. Vor etwa einer Stunde hat er geschrieben: Die Bolschewisten haben gehandelt. Alles geht so leicht voran, als wäre es so vorbestimmt. Wir hingegen können nur erstaunt schauen und uns fragen, wie Kerensky seine Gegenwehr einfach so verschlafen konnte”, so Andrei Borzenko.

Rund einhundert Menschen haben zusammengearbeitet, um dieses Projekt möglich zu machen. Der Input stammt aus Archiven, Zeitungen und Tagebüchern. So entsteht ein Zeitstrahl, der die Entwicklungen Tag für Tag, Stunde für Stunde dokumentiert, so auch den Schuss des Kreuzers Aurora, der das Kommando zum Sturm auf das Winterpalais der Zarenfamilie gab. Was folgte, auch das kann im Projekt 1917 nachvollzogen werden.