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KI, 5G und ein paar Warnungen beim Web Summit2017

Die neuesten Trends im Internet und bei der künstlichen Intelligenz: Themen der Tech-Konferenz in Lissabon Anfang November

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KI, 5G und ein paar Warnungen beim Web Summit2017

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Mit 60.000 Besuchern ist der Web Summit 2017 in Lissabon eine der größten Tech-Konferenzen Europas. Alle hier reden über die Vorteile, die die Digitalisierung mit sich bringt, sind aber auch misstrauisch gegenüber ihren Fallstricken. Wie EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die zu den Podiumsgästen gehörte: “Tech umfasst enorme Möglichkeiten, wir können Großes damit machen, wie man hier beim WebSummit sehen kann. Aber Technologie sollte dem Menschen dienen, und ich meine, wir sind jetzt an einem Zeitpunkt angekommen, an dem wir bewusster damit umgehen. Unser Optimismus wird durch mehr Vorsicht ausbalanciert.”

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"Dank künstlicher Intelligenz brauchen wir keinen blöden Kram mehr zu machen, den wir nicht machen wollen. Wir können unser Hirn mit übermenschlicher künstlicher Intelligenz verflechten, oder wir bleiben Mensch und machen uns einen netten Lenz."

Ben Goertzel Forscher und Digital-Pionier

5G auf dem Vormarsch

Ein Appell zur Gelassenheit inmitten des riesigen Internet-Hypes. Die Besucher hier sind die meiste Zeit online, tauschen Daten und Ideen aus. Die Hälfte der Weltbevölkerung hingegen ist zurzeit noch nicht am Netz. Doch das ändert sich, insbesondere mit der Verbreitung des noch schnelleren 5G-Netzes. Walter Jennings von Huawei Technologies: “In fünf Jahren wird 5G vollständig eingeführt sein. Das bedeutet: Heute ist das Maximum an zulässigen Verbindungen rund eine Milliarde, mit 5G wird es eher bei hundert Milliarden liegen.”



Künstliche Intelligenz: Heilsbringer oder Geißel der Menschheit?

Viele der bei der Konferenz in Lissabon (6.-9.11.) vorgestellten Technologien, die Gespräche und Präsentationen drehten sich um künstliche Intelligenz: Die Fähigheit von Maschinen, zu lernen, logisch zu denken und sich selbst zu korrigieren. Vielversprechend für die Gesellschaft, aber es werden auch einige Warnrufe laut. Einer derjenigen, die das Ganze mit Vorsicht sehen, ist Stephen Hawking. In seiner Rede am Eröffnungsabend des Web Summits warnte er: “Wir können nicht wissen, ob uns künstliche Intelligenz unendlich helfen wird, ob sie uns ignoriert und beiseitedrängt oder ob sie uns zerstört.”



Künstliche Intelligenz gibt es als Technologie schon seit einiger Zeit, aber durch die wachsende Verknüpfbarkeit im Internet haben mehr Nutzer weltweit Zugang dazu – mit unterschiedlichen Prioritäten. Marcus Shingles, Chef der XPRIZE Foundation: “Kombiniert man Künstliche Intelligenz mit 3D-Druck, mit Biotechnologie, mit Block Chain oder Big Data, dann eröffnet sie uns eine völlig andere Welt von Problemlösungen.”



Eine extremere Vision dessen, was hochintelligente Computer uns bieten können, zeigt der Digital-Pionier Ben Goertzel mit seinem Roboter Sophia Hanson. “Dank künstlicher Intelligenz brauchen wir keinen blöden Kram mehr zu machen, den wir nicht machen wollen. Wir können unser Hirn mit übermenschlicher künstlicher Intelligenz verflechten, oder wir bleiben Mensch und machen uns einen netten Lenz. Nicht zu vergessen die Heilung von Krankheit und Tod – wir müssen dann nicht mehr alt und krank werden und sterben, solange uns nicht danach ist.”

Darüber mag man streiten. Unstrittig ist, dass der digitale Umbruch rasant und unumkehrbar ist.