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Ideale Bedingungen: Hanflabor im Atombunker

Ab Januar könnten die ersten Hanfpflanzen in den ausgedienten Atombunker der Bundeswehr bei Memmingen einziehen. Hier will Christoph Rossner künftig ein Hanflabor betreiben, ganz legal.

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Ideale Bedingungen: Hanflabor im Atombunker

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Die Bedingungen sind ideal: meterdicke Betonwände, ein 140 Tonnen schweres Stahltor. Das ganze atombombensicher. Hier will der Unternehmer Christoph Rossner künftig ein Hanflabor betreiben und zwar ganz legal unter staatlicher Kontrolle, zu Forschungszwecken versteht sich.

Ab Januar könnten die ersten Hanfpflanzen in den ausgedienten Atombunker der Bundeswehr bei Memmingen einziehen. Noch steht allerdings die Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aus. Die Sicherheitsauflagen sind hoch.

“Das ist zwar eine Heilpflanze”, sagt Rossner, “aber wir müssen sie hier in dem Bunker anbauen weil aufgrund von Paragraph 3 eine Gefahr von der Pflanze für Dritte ausgeht, weil sie als Betäubungsmittel gewertet ist. Und deswegen brauchen wir so hohe Sicherheitsnormen, wie in einem Atombunker.”

Seit März 2017 darf Hanf in Deutschland zu medizinischen Zwecken offiziell angebaut werden. Rossner und seine Partner, unter anderem von der Technischen Universität München, wollen in ihrem künftigen Bunkergarten an der Nutzung von Hanf als Heilmittel gegen Krankheiten wie Alzheimer, Epilepsie oder Krebs forschen.

Die Pflanze kann aber noch viel mehr als das, erklärt Rossner. “Man kann auch an Kunststoffe aus Hanf denken, Faserverbundstoffe. Man kann ihn auch als Energieträger sehen. Das sind so Punkte, die wir in unseren Forschungen neu beleuchten wollen.

Christoph Rossner kämpft seit 17 Jahren für die Zulassung und Erforschung von Cannabis. Inzwischen bewertet auch das Bayerische Wissenschaftsministerium das Projekt als positiv. Erst mal muss der Bunker allerdings etwas aufgefrischt werden.