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Ferieninsel Lesbos – für Flüchtlinge "das neue Guantanamo"

6.000 warten im völlig überfüllten Hotspot Moria auf ihren Asylbescheid - und haben Angst vor dem Winter

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Ferieninsel Lesbos – für Flüchtlinge "das neue Guantanamo"

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Auf der Insel Lesbos hat es zur Zeit mindestens 13 °, die weiteren Aussichten: Ein Absturz bis auf 5° in der Nacht in den nächsten Tagen.

In Moria sitzen rund 6.000 Menschen fest, in einem Hotspot, also Erstaufnahmelager in Griechenland, – gut zweieinhalb mal so viele wie vorgesehen, zum Teil seit mehr als einem Jahr. Manche nennen es “das neue Guantanamo”. Beobachter wie Barbara Lochbichler, außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, beschreiben die Zustände als “völlig unzureichend.” Ein Viertel der Menschen lebe in nicht beheizbaren Zelten.


Sami Al-Bayati (20), Flüchtling aus dem Irak:

«Moria taugt nichts, ich will nach Athen. Hier gibt es kein Haus, kein Geld. Das Essen ist nicht gut und sie geben uns eine Flasche Wasser pro Tag. Eine einzige!”

Die meisten Menschen haben die Hoffnung verloren, die sie bei ihrer Ankunft auf Lesbos hatten, vor 6, 8 oder sogar 12 Monaten.

Unter unerträglichen Lebensbedingungen warten sie auf einen Asylbescheid.



Wasim Shahnawaz (36), Flüchtling aus Afghanistan:

«Sie müssen uns helfen, das ist eine Frage der Menschlichkeit. Sie sollten uns nicht in diesem Gefängnis im Lager Moria verrecken lassen. Ich möchte über … Toiletten sprechen. Ich weiß, es ist ekelhaft, aber es gibt kein Wasser, keine Sauberkeit. Alle Menschen hier leben als wären sie schon tot.“



-> “Wie viele Jungs nutzen diese Dusche? Etwa zweihundert”

Apostolos Staikos, Euronews:

«Seit Monaten ist es sehr schwer, mit Fernsehkameras in das Lager Moria reinzukommen. Flüchtlinge kommen aber nach draußen und sprechen über inakzeptable Lebensbedingungen. Wie sie sagen, wollen sie nur noch weg.”

su mit dpa