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Papst-Reise nach Myanmar: Ein Besuch im Schatten der Rohingya-Krise

Papst Franziskus wird am Montag in Rangun erwartet. Viele erhoffen sich eine positive Wirkung auf die akute Rohingya-Krise.

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Papst-Reise nach Myanmar: Ein Besuch im Schatten der Rohingya-Krise

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Papst Franziskus begibt sich an diesem Sonntagabend auf seine erste Reise nach Myanmar und Bangladesch. Am Montag wird er in Rangun erwartet, am Donnerstag reist er weiter nach Dhaka (Bangladesch). Vor den Kirchen Ranguns verharren viele Gläubige schon seit Tagen, in der Hoffnung auf eine Begegnung mit Papst Franziskus. Die Katholiken hegen große Erwartungen an den Besuch.

“Der Papst könnte uns den Weg zum Frieden zeigen oder zumindest in dieser Zeit der religiösen Spannungen beraten”, sagt ein Gläubiger.

Es ist das erste Mal, dass ein Pontifex das mehrheitlich buddhistische Myanmar besucht. Überschattet wird die Reise von der Krise um die verfolgte muslimische Minderheit der Rohingya.

“Papst Franziskus versucht, den Aussöhnungsprozess in Myanmar zu unterstützen und damit die Macht des Militärs einzuschränken”, erklärt der Vatikan-Experte Bernardo Cervellera.“Nicht, weil er diese Macht hat, sondern weil er durch die Stärkung von Aung San Suu Kyi und durch die Botschaft, die er während seiner Reise verbreitet, der internationalen Gemeinschaft helfen kann, eine aktivere Rolle in Myanmars Zukunft zu übernehmen.”

Als Höhepunkt der sechstägigen Reise gilt das Treffen des argentinischen Papstes mit Myanmars Friedensnobelpreisträgerin und faktischer Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Sie war international in der Rohingya-Krise stark in die Kritik geraten.

Hunderttausende Menschen sind seit Beginn des Konflikts von Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Die Situation in den Flüchtlingslagern ist katastrophal. Mit Spannung wird erwartet, ob und wie der Papst dazu Stellung nehmen wird.

Der Vatikan hatte im Vorfeld mitgeteilt, Franziskus wolle eine Botschaft der “Versöhnung, des Friedens und der Vergebung” übermitteln.