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"Jeder kann mitreden, jeder kann teilhaben"

Sie gelten als der Motor des europäischen Unternehmertums - kleine und mittlere Unternehmen. Wie können sie stärker gefördert werden?

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"Jeder kann mitreden, jeder kann teilhaben"

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Tallinn ist nicht nur die Hauptstadt von Estland, sondern diesmal auch die Haupstadt der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Europa. An drei Tagen findet hier die KMU-Jahreshauptversammlung statt. Mit Konferenzen und Workshops, organisiert von der Europäischen Kommission, an denen Unternehmer, Wirtschaftsexperten und politische Entscheidungsträger teilnehmen.

André Meyer, der Beauftragte für Unternehmenspolitik der Europäischen Kommission, sagt:
“Die Jahreshauptversammlung ist für die KMU relevant, denn so können diese durch das Zusammentreffen mit Politikern und anderen beteiligten Kräften ihren Einfluss auf die politische Umsetzung ausweiten. Jeder kann mitreden, jeder kann daran teilhaben.”

Teilhaben zum Beispiel, wenn es um die Frage geht: Wie können kleine und mittlere Unternehmen an öffentliche Aufträge kommen? Während 99,8% der europäischen Unternehmen KMU sind – die Finanzbranche ausgenommen -, erhalten sie nur 45% der öffentlichen Aufträge. Brüssel würde ihren Anteil gern auf 58% erhöhen.

Die EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska erklärt,
“es ist ein großer Markt, der mehr als zwei Trillionen Euro jährlich darstellt. Deshalb ist es wichtig für uns, dass kleine und mittlere Unternehmen stärker daran teilhaben.”

Um den Worten Taten folgen zu lassen, hat die Europäische Kommission im Oktober eine Inititiative präsentiert, um die Vergabe wirksamer, professioneller und transparenter zu gestalten.

“Am wichtigsten ist für uns, effizient zu sein. Wirksam Gelder auszugeben, statt das günstigste Angebot zu wählen. Die europäische Richtlinie beruht auf Kriterien, die Umwelt und Innovation, Energieeffizienz und soziale Aspekte eines Projekts berücksichtigen. KMU schneiden jedes Mal gut ab, denn sie sind näher am Alltag der Menschen dran,”
sagt Bieńkowska.

EEPA-Award
Brüssels Ziel ist, den europäischen Binnenmarkt zu stärken und Investitionen zu stimulieren, selbst in sensiblen Bereichen wie der Verteidung.
Die Jahreshauptversammlung ist auch eine gute Gelegenheit, Initiativen auszuzeichnen, die das europäische Unternehmertum voranbringen.

Diesmal ist es das niederländische Projekt Innofest, das den European Enterprise Promotion Award, den Hauptpreis der Jury, abstaubt.

Innofest-Chefin Anna van Nunen sieht ihre Arbeit bestätigt.
“90% aller Innovationen schlagen fehl. Das liegt oft daran, dass sie nicht getestet wurden, bevor sie auf den Markt kommen. Das ist der Moment, wenn Innofest ins Spiel kommt. Wir arbeiten mit acht bekannten niederländischen Festivals zusammen, die wir den Unternehmen als Experimentierfeld anbieten, um ihre Innovationen zu testen. Es war sehr schwierig für uns, denn sowas ist neues Gebiet. Solch einen Preis nach zweijährigem Kampf entgegenzunehmen, ist einfach eine tolle Unterstützung.”

Insgesamt wurden 18 Projekte ausgezeichnet, wie auch ein Programm zur Internationalisierung in Österreich, wo die KMU-Jahreshauptversammlung im nächsten Jahr abgehalten wird.