Eilmeldung

Eilmeldung

Bedrohung für den Westen: Russland "könnte Seekabel kappen"

Sie lesen gerade:

Bedrohung für den Westen: Russland "könnte Seekabel kappen"

Schriftgrösse Aa Aa

Der britische Armeechef hat vor Russland gewarnt. Das Land könne dem Westen das Internet kappen und stelle somit eine potenziell katastrophische Bedrohung dar.

Der Air Chief Marshal Stuart Peach, der gleichzeitig Vorsitzender des NATO-Militärkomitees ist, sagte, die unter den Weltmeeren verlaufenden Kabel seien anfällig für Angriffe der russischen Marine.

 Wenn sie gekappt werden, könne das Chaos verursachen und den Handel sabotieren, so Peach.

Dem Forschungsinstitut Royal United Services Institute sagte er, die NATO müsse auf die Modernisierung der russischen Marine entsprechend reagieren. Russland baue nicht nur neue U-Boote und Schiffe, sondern perfektioniere auch "unkonventionelle Fähigkeiten und führe Informationskrieg".

"Es gibt ein neues Risiko für unser Leben. Dieses besteht in der Anfälligkeit der Kabel in den Meeresböden. Können Sie sich ein Szenario vorstellen, in dem diese Kabel gekappt und unterbrochen werden? Das hätte unmittelbare und potenziell katastrophale Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und Lebensweise", sagte Peach.

Die Warnung folgte einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Think Tank Policy Exchange, nachdem 97 Prozent der weltweiten Kommunikation und 10 Milliarden Dollar an Finanztransaktionen nicht von Satelliten sondern über Kabel in den Tiefen der Ozean übertragen werden.

Wie es in dem Bericht heißt, warnten US-Geheimdienste, dass russische U-Boote in der Nähe von atlantischen Kabeln "aggressiv tätig" seien. Das weise auf ein Interesse an unkonventionellen Kriegsmethoden hin. Nach der Krim-Annexion 2014 habe Moskau die Kabelverbindung der Krim zur Außenwelt umgehend abgeschnitten.

Die Präsenz russischer Schiffe könnte anderen Experten zufolge auch der Versuch sein, Informationen abzufangen und nicht das Kappen der Leitungen.

Russland weist die vom Westen geäußerten Bedenken als Hysterie nach dem Kalten Krieg zurück.

"Wir können etwas dagegen tun, aber nicht genug, denn unsere U-Bootbekämpfungstechnik wurde extrem vernachlässigt" und nicht ausreichend "instand gehalten", so Peach laut Royal United Services Institute (RUSI).