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Nach Protesten im Iran: Chamenei droht USA

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Nach Protesten im Iran: Chamenei droht USA

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Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat den USA gedroht, die angebliche Beeinflussung der Proteste im Land, werde Konsequenzen haben. Die Regierung im Iran habe keine Angst vor Amerika, so Chamenei vor Anhängerinnen und Anhängern in Teheran. Amerika sei im Gegenteil wütend auf das iranische Volk, da es von der Islamischen Revolution besiegt worden sei. 

Chamenei-Anhänger bei der Kundgebung in Teheran

Chamenei hatte die USA, Israel und andere Regierungen beschuldigt, die Proteste angestachelt zu haben, um die Führung in Teheran zu stürzen. Mit Blick auf die Washingtoner Debatte über die geistigen Fähigkeiten des US-Präsidenten sagte er, es sehe so aus, als ob US-Präsident Trump keine stabile Person sei. In Amerika werde über Trumps psychische Probleme diskutiert. Die verrückten Aktionen, die die USA und andere feindliche ausländische Regierungen geplant hätten, hätten dem Iran Schaden zugefügt und würden nicht unbeantwortet bleiben.

Chamenei räumte zudem ein, dass die Proteste teilweise legitim waren und die Demonstrantinnen und Demonstranten ehrliche und berechtigte Anliegen hatten. Es könne jedoch nicht sein, dass diese instrumentalisiert würden, um den Koran und den Islam zu beleidigen und iranische Fahnen anzuzünden. Die Proteste richteten sich zunächst gegen die Wirtschaftspolitik, wurden aber zunehmend systemkritisch. 

Nach Angaben eines Abgeordneten wurden bei den Demonstrationen 3700 Menschen festgenommen. Dies gehe aus einer Liste hervor, die dem Geheimdienst und Innenministerium vorgelegt worden sei, sagte der reformorientierte Politiker Mahmud Sadeghi am Dienstag. Bisher war die Rede von 1000 bis 1800 Verhaftungen. 

Nach Angaben der Justiz sind in der Zwischenzeit mehr als 200 Demonstrantinnen und Demonstranten, hauptsächlich Studierende, wieder freigelassen worden. Weitere Protestler sollen demnächst freikommen, nicht aber deren Anführer. Ihnen, besonders Mitgliedern der Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin, könnte laut Justiz wegen Verschwörung gegen die Führung des Landes sogar die Todesstrafe drohen.

Bei den Unruhen wurden Ende Dezember bis Anfang Januar mindestens 18 Demonstrantinnen und Demonstranten getötet, zwei weitere kamen während der Proteste bei einem Unfall ums Leben.

Mit dpa