Eilmeldung

Eilmeldung

Lufthansa hält bei Alitalia-Übernahme den Ball flach

„Alitalia müsste vor einem Kauf durch die Lufthansa gründlich restrukturiert werden“ (Lufthansa-Chef Spohr) - das dürfte aber rund eineinhalb Jahre dauern.

Sie lesen gerade:

Lufthansa hält bei Alitalia-Übernahme den Ball flach

Schriftgrösse Aa Aa

Die Lufthansa tritt bei den Gesprächen über die Übernahme eines Großteils der insolventen Alitalia in die zweite Reihe zurück. „Alitalia müsste vor einem Kauf durch die Lufthansa gründlich restrukturiert werden“, schrieb Vorstandschef Carsten Spohr in einem Brief an den italienischen Industrieminister Carlo Calenda („Reuters“).

Eine Sanierung könnte nach Einschätzung von Branchenkennern rund eineinhalb Jahre dauern.

Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio hatte Anfang Dezember angekündigt, die die unter staatlicher Verwaltung stehende Airline noch vor den Parlamentswahlen am 4. März in neue Hände geben zu wollen. Die Lufthansa dürfte damit nicht mehr als Kandidat für exklusive Verhandlungen zur Verfügung stehen. Interessiert an der schon lange kriselnden nationalen Fluggesellschaft sind auch der britische Billigflieger Easyjet und der Finanzinvestor Cerberus.

"NEUE ALITALIA"

Nach Vorstellung der Lufthansa müssten für eine „New Alitalia“ Verbindungen, Standorte und die Tarifverträge der Beschäftigten einer Rosskur unterzogen werden. Auch gebe es kein Interesse an den Bodendiensten, hieß es bei der Lufthansa.

In dem Schreiben bietet Spohr den Kommissaren, die im Auftrag des Staates derzeit die Airline managen, beratende Unterstützung bei einer Sanierung an. Die Fluglinie müsse sowohl von der Personal- als auch von der Flottenstärke her kleiner und fokussierter werden.

„Wie schon früher diskutiert, ist die Lufthansa allerdings nicht in einer Position, in dieser Phase eine führende Rolle zu spielen.“ Noch im November 2017 hatte die Lufthansa ein neues Übernahmeangebot vorgelegt – einen nachgebesserten 40-Seiten-Plan mit vielen Details.

Alitalia war im Frühjahr 2017 in die Insolvenz gegangen, nachdem sich die Mitarbeiter gegen einen von Gewerkschaften und Management ausgehandelten Rettungsplan gestellt hatten. Seither stützt die Regierung in Rom das Unternehmen mit einem Überbrückungskredit von 900 Millionen Euro.

su mit Reuters