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Opposition boykottiert von Russland organisierten Friedenskongress zu Syrien

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Opposition boykottiert von Russland organisierten Friedenskongress zu Syrien

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REUTERS/Sergei Karpukhin
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Opposition boykottiert von Russland organisierte Friedenskongress zu Syrien

In Sotschi am Schwarzen Meer sprechen Syrer über die Zukunft ihres

Landes. Eigentlich sollten Regierung und Opposition kommen. Doch das Bündnis der Regierungsgegner boykottiert das von Russland organisierte Treffen

Vignette: Friedenskongress zu Syrien

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Der von Russland in Sotschi organisierte Friedenskongress zu Syrien hatte keinen leichten Start. Moskau wollte, dass bei den Gesprächen alle Volks- und Religionsgruppen Syriens über eine Nachkriegsordnung beraten. Doch das größte Bündnis der Regierungsgegner, (( die Oppositionsdelegation HNC beim UN-geführten Friedensprozess in Genf, )) boykottiert das Treffen. Einige angereiste Syrer, die der bewaffneten Opposition nahestehen, blieben am Flughafen und weigerten sich, an dem Treffen teilzunehmen.

(( Ein Grund war nach Angaben aus Oppositionskreisen, dass sie nicht an einem Kongress unter der syrischen Flagge teilnehmen wollten. Diese sehen sie demnach als Symbol für Präsident Baschar al-Assad. Stattdessen solle die Türkei ihre Interessen vertreten, erklärten sie der staatlichen türkischen Agentur Anadolu zufolge. Mitveranstalter des Kongresses auf russischem Bode sind der Iran und die Türkei. Russland will bei dem «Kongress der Völker Syriens» über eine Nachkriegsordnung für das Bürgerkriegsland beraten lassen. Unter anderem soll es um den Weg zu einer neuen Verfassung gehen. ))

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Ein Christ aus dem Süden Syriens erklärt: "Wir sind hierher gekommen, um zu verhandeln. Die Menschen in Syrien sind sehr müde. Wir sind hier, um der ganzen Welt zu sagen, dass es nur ein Syrien geben wird, unter einer Flagge und mit einem Territorium. Wir werden niemandem erlauben, uns auch nur 10 Meter unseres Landes wegzunehmen."

Soundbite (Russian), Suphi Khouri, member of the Gongress, christian from Southern Syria

Soundbite, Suphi Khouri, member of the Gongress, christian from Southern Syria:

«We came here all the people are very tired and we came here to tell everybody that there will be only one Syria, one flag one territory, we will not allow anyone to take even 10 santimeters of our land”

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Hinter den Kulissen wurde bis zuletzt um Teilnehmer an dem sogenannten "Kongress der Völker Syriens" geworben. Zusagen kamen von der Regierungsseite und von der gemäßigten Opposition, die eine Kooperation mit Präsident Baschar al-Assad nicht grundsätzlich ablehnt.

In mehreren Teilen Syriens gehen unterdessen die heftigen Kämpfe weiter.

01:09 Stand-up

Stand-up, Galina Polonskaja

Der Kongress( in Sotschi ) begann mit Verspätung, bis in letzter Minute wurde (( noch zwischen den Vertretern verschiedener Positionen )) verhandelt. Das zeigt, dass der Dialog hinter verschlossenen Türen sehr hart sein wird. Doch zu Beginn der Gespräche konnten wir eine seltene Einheit beobachten: als der Eröffnungsredner sagte "Hände weg von Syrien" begann die Versammlung zu applaudieren. Galina Polonskaja. Euronews. Sotschi.

Stand-up, Galina Polonskaya

The Congress in Sochi started with a big delay, the adjustements of the positions were on the way till the very last minute. It shows that the dialogue which is going on behind the closed doors and without any observers will be very harsh. But at the very beginning we could observe was a rare unity – when the elder who opened the Congress said “Keep your arms away from Syria” the assembly started to applaud. Galina Polonskaya. Euronews. Sochi.

01:31 ENDS

Zwar nahm der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura an dem Treffen teil. Doch die UN und die westlichen Länder sehen den russischen Vorstoß misstrauisch, weil er die Genfer Friedensgespräche unterlaufen könnte. Der UN-Sicherheitsrat wollte am Dienstagabend ebenfalls über den Syrienkrieg beraten.

In dem seit 2011 dauernden Syrien-Konflikt, der sich zu einem Krieg mit vielen Akteuren ausgewachsen hat, sind nach UN-Angaben bereits mehr als 400 000 Menschen getötet worden.