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Mehr Polizei für Calais

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REUTERS/Pascal Rossignol
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Einen Tag nach den gewaltvollen Zusammenstößen zwischen Migrantengruppen im nordfranzösischen Calais hat sich die Situation vorerst beruhigt. Die kriegsähnlichen Szenen, wie Augenzeugen sie im Sender BFMTV beschrieben haben, gab es nicht mehr, aber Calais ist verändert. Noch in der Nacht zum Freitag hatte Innenminister Gerard Collomb Calais besucht und zwei weitere Polizeikompanien für Calais angeordnet.

Mehr Sicherheitskräfte, das bedeutet auch mehr Angst unter den Migranten, von denen viele illegal im Land sind. Sie ließen sich am Freitag bei der Essensausgabe durch soziale Einrichtungen kaum blicken.

Joshua Hallam, der für die Hilfsorganisation  "L'Auberge des migrants" arbeitet, sagt:

"In Calais sind derzeit rund 700 Menschen, darunter bis zu Hundert Minderjährige und Kinder", berichtet Joshua Hallam von der Hilfsorganisation L'Auberge des migrants, "sie schlafen in den Wäldern, im Freien, sie leben in menschenunwürdigen Verhältnissen. Etwa dreimal die Woche beschlagnahmt die Polizei Zelte, Plastikteile und Schlafsäcke."

Helfer machen die Polizei auch indirekt für die Ausschreitungen verantwortlich. Durch deren hartes Vorgehen würden Schlepperbanden gestärkt. Das Innenministerium sieht diese Gruppierungen auch für die jüngsten Übergriffe verantwortlich. Innenminister Gerard Collomb verteidigte dagegen das Eingreifen der Polizei: Ansonsten, so Collomb, hätte es noch schlimmer kommen können. Inzwischen hat die Regierung versprochen, die Essensverteilung zu übernehmen.

Am Donnerstag waren afghanische und afrikanische Migrantengruppen aufeinander losgegangen, es fielen auch Schüsse. Vier Menschen wurden lebensgefährlich verletzt.