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Pariser Terror-Prozess endet mit Freispruch aus Mangel an Beweisen

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Pariser Terror-Prozess endet mit Freispruch aus Mangel an Beweisen

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REUTERS/Christian Hartmann
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Jawad Bendaoud war angeklagt, die Terroristen vom 13. November 2015 in Paris beherbergt zu haben. Jetzt hat ein Gericht in Paris den Angeklagten freigesprochen.

In Frankreich galt Jawad Bendaoud als "logeur de Daech" - als Vermieter der Terrormiliz IS.

Familien der Terroropfer waren als Nebenkläger vertreten. Ein Vater ist wütend und spricht von einer "Parodie der Justiz". Patrick Jardin sagt:  "Wenn ihr Kind getötet wird von den Terroristen und es Komplizen gibt und die nicht verurteilt werden, dann ist das ein Skandal."

Jawad Bendaoud hatte stets beteuert, er habe nicht gewusst, dass die Männer, die bei ihm untergekommen waren, Terroristen waren. Sein Anwalt erklärt: "Alles was wir sagen können ist, dass wir nach diesen langen Erklärungen extrem erleichtert sind, dass das Gericht sagt, dass Jawad Bendaoud unschuldig war. Das ist wichtig für uns, für seine Familie, aber auch für die Opfer."

Zwei Mitangeklagte wurden zu vier und fünf Jahren Haft verurteilt, weil das Gericht es als erwiesen ansah, dass sie von den Terrorplänen wussten.

Die Polizei hatte nach den Attentaten Bendaouds Wohnung im Pariser Vorort Saint Denis gestürmt. Die Richterin in Paris fand, dass es nicht ausreichend Beweise dafür gebe, dass der Angeklagte wusste, dass er Terroristen beherbergte.

Der 31-Jährige war schon wegen anderer Delikte verurteilt worden. Ihm drohten sechs Jahre Haft. Doch vor Gericht beteuerte Jawad Bendaoud, er habe nicht gewusst, dass die Männer, die bei ihm untergekommen waren, Terroristen waren. "Selbst für 150.000 Euro hätte ich keine Terroristen beherbergt," sagte Bendaoud vor Gericht.

Im November 2015 waren mehr als 130 Menschen in Paris und St Denis getötet worden.