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Italien: 20 Millionen Euro für Integration

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Italien: 20 Millionen Euro für Integration

Italien: 20 Millionen Euro für Integration
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Während sich Italien auf die Parlamentswahl vorbereitet, reist der italienische Innenminister Marco Minniti in die Küstenstadt Castel Volturno – rund 35 Kilometer nordwestlich von Neapel. 20.000 der 30.000 Bewohner hier sind Flüchtlinge. 3 von 4 Migranten leben illegal in dem Ort, der den Spitznamen „Migrantenstadt” hat. Seit langer Zeit versucht die nigerianische Mafia, die italienische Mafia Camorra zu ersetzten, was die Stadt zu einem Platz voller Gewalt, Armut, Drogen und Prostitution macht. Viele der Migranten leben illegal in verlassenen Gebäuden und unter extrem armen Verhältnissen, ohne jegliche staatliche Hilfe.

Marco Minniti will 20 Millionen Euro für Sicherheit und Integration, in den Krisenort investieren. Außerdem möchte er zusätzliche Polizeieinheiten nach Castel Volturno schicken. Ob sein Plan jedoch in die Tat umgesetzt werden wird bleibt unklar. Italien steht kurz vor der Parlamentswahl und es ist ungewiss, ob Minniti Teil der neuen Regierung sein wird. Trotzdem fühlen sich die Einwohner von Castel Volturno, die sich seit langem vom Staat verlassen fühlen, zum ersten Mal so als würden sie gehört werden.

Der Bürgermeister von Castel Volturno Dimitri Russo freut sich über die Zusage des Ministers, sagt jedoch, dass es nicht genug ist.

„Es reicht nicht aus, die Gegend mit mehr Polizeikräften zu kontrollieren, wie es der Minister versprochen hat. Dann haben wir vielleicht nicht mehr so ein großes Problem mit der Mafia, aber dafür Kriminalität unter Menschen, die sich vernachlässigt fühlen, hauptsächlich Migranten," so Russo.

Migration und Sicherheit sind die Topthemen der Parlamentswahl am 4. März. Viele Menschen in Italien hoffen, dass ihre Stimmen gehört werden und es bald Lösungen für bessere Integration geben wird.