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Menschen am Prespasee hoffen auf Grenzöffnung

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Menschen am Prespasee hoffen auf Grenzöffnung

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Grenze aus der Zeit des Kalten Krieges

Der Prespasee auf der Balkanhalbinsel. Wie der Bodensee liegt auch er in drei Staaten: Griechenland, Mazedonien und Albanien haben Anteile am See.

Anders als am Bodensee können Menschen und Güter aber nicht so einfach über die Grenze. Die zwischen Griechenland und Mazedonien etwa ist komplett geschlossen, ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges.

Meinung

Alle haben uns vergessen, sogar Gott selbst.

Boshko Dimovski Mazedonischer Grenzanwohner

Darunter leidet die wirtschaftliche Entwicklung in beiden Ländern. Die Anwohner hoffen, dass die Grenze bald geöffnet wird, wenn der griechisch-mazedonische Namensstreit beigelegt ist; und dass sich die Lebensbedingungen verbessern.

"Hier ist Endstation, alle haben uns vergessen"

Boshko Dimovski, ein mazedonischer Grenzanwohner, sagt: "Hier ist Endstation. Viele Leute, speziell die jungen, sind fortgegangen. Alle haben uns vergessen, sogar Gott höchstselbst. Wenn diese Grenze geöffnet wird, werden die Leute hin und her fahren. Auch wenn nur noch wenige da sind, das wird den Ort beleben."

Gzim Osmani, der auf der albanischen Seite lebt, sagt: "Eine enormes Problem der Presparegion ist die Abwanderung der jungen Leute. Wir hoffen, das wird sich ändern. Die jungen Leute könnten dann hier etwas gründen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das wäre sehr gut."

Der nächste griechische Ort hinter der Grenze ist Agios Germanos. Eigentlich ist er nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt. Wegen der geschlossenen Grenze ist es aber ein 180 Kilometer langer Umweg bis ins Dorf.

"Wenn wir zusammenarbeiten, ist es besser für alle"

Nikos Arambazis betreibt ein Restaurant. Auch er hofft auf eine Öffnung der Grenze, auf bessere Chancen für die Menschen in beiden Ländern.

Arambazis: "Prespa darf nicht dreigeteilt sein. Es ist ein See. Man kann Wasser oder die Luft nicht durch Grenzen aufhalten, warum sollte man Menschen aufhalten? Ich denke, es wäre gut für alle, aber ich fürchte, in den ersten zwei oder drei Jahren wird es schwierig für uns oder sie, bis wir uns ausbalanciert haben, bis wir herausgefunden haben, wie es für alle läuft. Aber wenn wir zusammenarbeiten, ist es besser für alle."