Eilmeldung

Eilmeldung

Kampf ums Überleben: Besuch in einer Säuglingsstation in der Zentralafrikanischen Republik

Sie lesen gerade:

Kampf ums Überleben: Besuch in einer Säuglingsstation in der Zentralafrikanischen Republik

Kampf ums Überleben: Besuch in einer Säuglingsstation in der Zentralafrikanischen Republik
Schriftgrösse Aa Aa

In Boda in der Zentralafrikanischen Republik leben 116.000 Menschen. Es gibt nur drei Ärzte, die sich um sie kümmern. Einer wurde vom Gesundheitsministerium geschickt, dazu kommen ein Kinderarzt und ein Allgemeinmediziner von der Nichtregierungsorganisation ALIMA. Diese wird von der EU finanziert. Die beiden NGO-Ärzte leiten die Entbindungsstation des örtlichen Krankenhauses.

32.000 Patienten konnten hier im vergangenen Jahr behandelt werden. Darunter vor allem Kinder unter fünf Jahren und Mütter vor, während oder nach der Geburt.

Das Gesundheitssystem der Zentralafrikanischen Republik ist durch den Bürgerkrieg quasi nicht mehr existent. Laut Unicef stirbt hier eins von 24 Neugeborenen im ersten Lebensmonat. Die hygienischen Bedingungen sind teils katastrophal, es mangelt an Medikamenten, Wasser und ausgebildeten Geburtshelfern.

Deshalb kommt es bei den Entbindungen oft zu Komplikationen. Die Hilfe der NGO wird dringend benötigt.

Euronews hat die Ärzte bei ihrer Arbeit in Boda begleitet. Nach der Geburt eines Mädchens fragt Reporterin Monica Pinna: „Wie viel wiegt sie?“ „2 Kilo und 830 Gramm“, antwortet die Hebamme.

Rund 90 Geburten begleiten die beiden Ärzte in Klinik in Boda monatlich. 10 Prozent sind komplexe Fälle, bei denen Kaiserschnitte nötig sind.

Fast 19.000 Kinder leiden in der Zentralafrikanischen Republik an akuter Mangelernährung. Die meisten werden schon unterernährt geboren – wie das Mädchen, das heute auf die Welt kam. Dies wird wohl Auswirkungen auf ihr ganzes Leben haben – wenn sie überlebt.